Mittwoch, 30. November 2011

- XXIII - Meine letzten Worte für dich...

Liebe Eda.

Gerne erinnere ich mich an dich, an die Zeit in der du noch nicht kämpfen musstest. An die Zeit, in der du die Musik verkörpert und mit dieser, sowie deiner stetig guten Laune, das Leben um dich herum beeinflusst hattest; ich denke an so viele Momente des Lachens, des Singens.

Ich denke viel über den Tod nach, weil er uns immer beschäftigt und umgibt, er unser stetiger Begleiter ist, da er ohne das Leben nicht existieren würde. Aus diesem Grund würde ich niemals schreiben, dass nur die Besten jung sterben, weil sie es nicht verdient haben; du es nicht verdient hast. Warum solltest du gehen? Warum von hier verschwinden, ohne noch mehr erreicht zu haben? Dein Verschwinden hinterlässt eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann, nicht geschlossen werden soll, weil alles nun an dir gemessen werden würde.
Du bist Unerreichbar geworden…

Die Welt hat einen Engel verloren, ein lächelndes Gesicht, das voran ging und dem Leben trotzte, Mut und Freunde spendete, obwohl das Schicksal es nicht gut meinte. Du hast gelitten, von einer Krankheit geplagt, und doch wie ein Fels in der Brandung dich nicht wegtreiben lassen, bist Dir selbst treu geblieben, als du es nicht hättest tun müssen.
Du bist zu einem Stern geworden, der strahlend am Himmelszelt über uns wacht, uns den Weg zeigt, den du gelebt hast. Von nun an werde ich, wenn ich in den Himmel schaue, dein Gesicht sehen, wie du lächelst und singst, weil es das Bild von dir ist, das ich sehen will.

Sonntag, 27. November 2011

- XXII - Selbsterkenntnis

Begeisternd wandert mein Blick von einem Bild zum anderem, von einem Gemälde zum nächsten. "Menschliche Emotionen" wird diese Austellung genannt, in der all möglichen Gesichtszüge mit ein und dem selben Model dargestellt werden, eine ganze Gesichte erzählt wird, die über Freude und Liebe zu Schmerz und Angst führt.

Nie könnte ich darüber schreiben, so dachte ich. Nie würde ein Wort das erklären können, was ich gesehen habe; Bilder beschreiben, die mit Farbe gemalt wurden, während meine Worte immer bei einer Farbe bleiben

Freitag, 25. November 2011

- XXI - Unerreichbar

"Sieh dich um, so Selbstverständlich ist alles für dich geworden, so einfach. Resignierend begreifst du dein Leben und bemerkst dabei nicht, dass du dir damit nur selber im Weg bist."

Du schimpfst, fuchtelst wild mit deinen Armen herum, während ich auf dem Stuhl sitze und dich Ausdruckslos ansehe. Es scheint fast so, als würde es mich nicht interessieren, als würde ich lächeln, weil du dir Sorgen machst. Um mich, um meine Zukunft. Um uns.

Sonntag, 20. November 2011

- XX - Prolog *

Graue Wände starren mich an, lassen mich frösteln, obwohl kein Fenster existiert; keine Lücke, die auch nur ein bisschen Leben, ein Fünkchen frischen Wind in die Kammer herein lässt. Wenn ich mich umsehe, dann erkenne ich einen alten Holztisch, dessen prachtvolle Zeit Äonen zurück liegt. Vergilbtes Papier liegt ordentlich aufeinander gestapelt vor einer halb herabgebrannten Kerze, die die einzige Lichtquelle im Raum zu sein scheint. Ordentlich, fast schon liebevoll, wurden mehrere Schreibfedern nebeneinander aufgereit, das Tintenfass mit genauer Präzision in die Mitte des Gebildes gestellt und somit ein Bild von einem Perfektionisten geschaffen, der alles in einem geordnetem System haben wollte. Etwas, was ich durchaus verstehen konnte.
Den klapprigen Stuhl, der auffordern vor dem Tisch steht, ergreife ich bedacht, ziehe ihn zurück um Platz für mich zu schaffen und setzte mich, weil der Tisch das einzige ist, was in dieser Trostlosigkeit betrachtet werden kann. Vorsichtig ergreife ich den Blätterstapel, fahre mit meiner zittrigen Hand darüber, weil ich nicht wirklich verstehe.

Wo bin ich? Was soll ich hier?

- XIX - Ein kleiner Wandel

In den nächsten Tagen, Wochen, und vielleicht auch Monaten, wird sich eine kleine Veränderung in den Texten bemerkbar machen. Wenn ich bis hierher immernoch versucht hatte etwas Psychologisch zu bleiben, was mir vermutlich mal nicht wirklich gelang und oftmals persönlicher Klang als es eigentlich war, so wird dem nun noch eine weitere Textkategorie hinzugefügt.
Ab nun werden Texte noch mit einem * im Titel bezeichnet, die nicht zu den normalen gehören, sondern einem Projekt gewidmet sind, dem ich mich schon längst hätte widmen sollen. Ich poste diese jedoch hier auf dem Blog, weil ich hoffe anregende und helfende Kritik zu bekommen.

Des weiteren habe ich meine letzten Texte den Wünschen von Leuten zu verdanken, die mir ein Thema nannten, zu dem ich dann etwas schrieb. Gerne würde ich dies auch weiterhin beibehalten und würde mich freuen, wenn kreative Vorschläge kommen könnten. Da ich selber etwas mehr Beschäftigt bin, ist es für mich entspannender, wenn mir ein Thema vorgelegt wird. Natürlich kann es sein, dass der Text dann etwas von der Vorgeschlagenen Grundidee abweicht, aber das macht dann ja meine Künstlerische Freiheit aus.

Donnerstag, 17. November 2011

- XVIII - Das Traurige an der Grenzenlosigkeit

Wie eine Statue sitze ich am Meer, starre auf das glitzernde Nass hinaus, ohne wirklich einen Punkt zu fixieren, etwas genau zu betrachten. In meinen Gedanken habe ich mich verloren, die vom Rauschen angetrieben wurden, wie kleine Steine, die schon seit Jahren einer nicht endenden Reise durch das Meer ausgesetzt waren. Das Gekreische der Möwen erklingt wie Musik in meinen Ohren, die die einschläfernde Melodie des Meeres begleitet und diesen Moment zu einem Traum verblassen lässt, der mich erfasst und nicht mehr loslassen möchte.

Die Zeit ist ein Faktor, der jeden Traum zu etwas Traurigem macht, weil alles an dieses Element gebunden ist. Jeder Herzenswunsch, der im Schlaf umgesetzt wurde, wird durch die Zeit nur noch größer, jeder Drang unaushaltbar.

Irgendwann erfülle ich mir den Traum. Irgendwann sitze ich am Meer, lausche und spiele die Gitarre, schreibe und singe.

Mittwoch, 9. November 2011

- XVII - Stumm

Ich will reden, doch kann es nicht; darf es nicht, weil mir die Sprache genommen wurde, mir die Schönheit des Klanges nicht gewährt wurde.

Mitten all den Menschen, die mich ständig auf der überfüllten Straßen streifen und schubsen kann ich nur stumm meine Hilfeschreie verklingen lassen, weil es zu laut ist, jeder redet und telefoniert; jeder ein Gespräch führt, zu dem ich nie in der Lage sein werde.

Voller Trauer stürze ich mich in die Dunkelheit, lasse die Stille zu meinem Freund werden, weil es mir so einfach am besten geht.

Montag, 7. November 2011

- XVI - Wunsch der Antwort

Schließen sich meine Augen, sinkt die Dunkelheit auf meine Iriden herab, Stille kehrt ein, weil nichts mehr aus dieser Welt, dieser Zeit, wichtig ist.

Sehnsucht erfüllt meinen Leib, während Worte ein Blatt füllen, jedes einzelne Wort zum Leben erwacht und meine Liebe zu dieser Kunst mich immer wieder erstaunt. Ich könnte weinen, lachen und mich wie ein kleinen Kind freuen, weil ich lerne, mit jedem Wort das sich von meinem Geist auf einen ewigen Untergrund abbildet, und mir somit zeigt, dass ich lebe.
Doch umso mehr ich schreibe, umso mehr ich Denke und meine Ideen verwirkliche, umso größer wird das Gefühl, dass etwas fehlt. Jedes Wort braucht einen Gegenpart, jeder Text eine Reaktion, weil das den Fortschritt antreibt.

Der Schreiber wartet, weil das sein Sinn ist, weil er auf die Nachricht wartet, die ihn wieder dazu bewegt weiter zu schreiben und somit seinen Texten einen Sinn gibt. Der Schreiber sind wir alle, weil wir alle irgendwann auf eine Antwort warten, die uns weiter bringt, die uns anstößt etwas neues zu verfassen.

Sonntag, 6. November 2011

- XV - Die Rückkehr

Irgendwann im Leben kommt der Moment, an dem die Tränen fließen, weil etwas Schönes zu einem zurück kehrt, etwas Vergessenes wiedergefunden wird. Es werden Emotionen ausgelöst, die man dachte verloren zu haben, und mit einem mal ist die Welt einen Farbton schöner als zuvor.

Worte lösen Tränen aus, die für versiegt gehalten wurden und Musik die Sehnsucht, die schon lange nicht mehr verspürt wurde.

Endlich, nach langem, durchfährt meinen Körper wieder die Inspiration, die in der letzten Zeit gefehlt hatte, die eine Leere hinterlassen hatte, weil ich mich verausgabt hatte, sie zur Neige genutzt hatte, ohne daran zu denken, dass ich sie für immer verlieren könnte.


Endlich sehe ich wieder auf, erblicke die Sterne und lächel ihnen zu, weil sie wie die Gedanken und Ideen in der kalten Nacht erstrahlen.
Bitte geht nicht...

Freitag, 4. November 2011

- XIV - Wechselnde Meinungen

Es ist die eigene Dummheit, die ich mir zuschiebe, die eigene Blindheit, etwas zu übersehen, das eigentlich wichtig für mich wäre. Viele Veränderungen wären durch die Erkenntnis und die Einsicht eingetreten, vermutlich im positivem Sinne, wenn ich nunmal nicht so wäre wie ich bin.

Immer wieder frage ich mich, warum ich sie weinen lasse; warum ich mich umdrehe und einfach gehe, obwohl ich die helfende Hand sein könnte, mit meinen Worten das wieder gerade biegen könnte, was andere versaut haben.

Manchmal frage ich mich, warum ich mich eingemischt habe, warum ich mit meinen Gedanken und Worten jemandem helfen wollte, der die Hilfe nötig hatte. 


Es ist traurig ein Engel zu sein, der nur auf der Erde verweilt um anderen die Freude zu schenken, sie Glücklich zu machen, nur um selber in den Depressionen und der Einsamkeit zu versinken.