Mittwoch, 26. Dezember 2012

- LXXXIII - Phönix

Gedanken tragen Keime, diese kleinen unbeugsamen Kerne großartiger Bauten, unfällbarer Gebilde. Im wachsenden Regen steigen sie empor, ranken sich um die Gerüste morscher Mauern und befestigen die brüchigen Steine, verbinden die fehlerhaften Stellen der Festung. Und wie von einem sicheren Schild bewacht wachsen die neuen Sprösslinge heran, behütet, vor äußeren Einflüssen bewahrt.

Vor vielen Jahren sah ich die alten und überwucherten Gemäuer das letzte Mal, trat über längst vergessene Pfade, umarmte die nun zerfallenen Säulen.
Inzwischen ist der Garten zerstört, die erblühenden Blumen sind verdorrt und die einst fruchtbaren Keime verschwunden. Vom Gärtner allein gelassen verloren die Pflanzen ihren Halt, die Gedanken ihre Stütze und wurden das Opfer der Zeit.

In der Asche stehend seh ich den Überresten beim verschwinden zu, puste die kleinen Flocken davon und folge der verloren geglaubten Glut, den feurigen Keimen der Gedanken.

Montag, 17. Dezember 2012

- LXXXII - Wandernde Musik, von einem Ort zum Nächsten

Erkaltende Höhen, verwehende Weiten. Im Rausch der Unendlichkeit fliege ich dahin, von einem Hügel zum nächsten und lausche der unaufhaltbaren Musik, den immer währenden Klängen in all ihrer Vielfalt. Und während der Mond in all seiner Schönheit über mich wacht zeigen mir die Sternen den Weg hinauf in neue Höhen, über weitere Gipfel, durch neue Täler.

In unstillbarer Gier finden sich die Schritte auf dem Pfad wieder, folgen alten Spuren, längst vergessenen Geschichten. Mit Karten zu zerfallenen Ruinen, ausgerotteten Völkern und vertriebenen Stämmen auf der Suche nach den Erlebnissen der Vergangenheit. Und irgendwann finde ich mich in den Erinnerungen wieder, sehe die Schönheiten des Lebens, die Schatten des Daseins, während die Menschen vergehen und in weiter Ferne verschwinden.


Donnerstag, 13. Dezember 2012

- LXXXI - In der Sucht verfangene Fragen

In Worten ertrunken, von Wahrheiten belebt, Erkenntnissen erfüllt. Mit jedem weiterem Becher steigt mein Pegel, wächst die Sehnsucht und erklimmt die vermissenden Höhen der Gefühle. Und während Unerkenntliches im Rausch der Trunkenheit versinkt, steigt der Spaß in von Gondeln geführten Bahnen über unantastbare Gipfel.

 Unvorsichtig springt der Stein über den Spiegel, erschafft aufeinander folgende Erschütterungen, zerstörende Wellen. Mit fremden Farben gemalte Bilder verschwimmen, zerspringen und zerfallen in tausend Splitter, während die Überbleibsel in schmerzhafter Erinnerung schwelgen und sich neu formieren. Zu neuen Bildern, Lügen und Wahrheiten.

 Was, wenn ich die Antwort schon längst gefunden habe und nur noch nach der Frage suche, nach dem Alles veränderndem Rätsel des Seins? Auf die Frage wartend folge ich dem selbst gepflastertem Weg und suche die verlorenen Seiten der Seele.

Montag, 3. Dezember 2012

- LXXX - In glücklicher Angst versinkende Moral

Unerträglich plätschert der Bach vor sich her, treibt von einem Stein zum Anderen; unaufhaltbar, einer unsichtbaren Uhr folgend. Und mit jedem Stein, jedem weiterem Widerstand, verändert sich die Last, wird leichter, wird schwerer.

In unerreichbaren Höhen streckt das Glück die Fühler aus, schenkt unzertrennbare Zuversicht, unwiederlegbare Gelassenheit. Und nach tausenden von Schritten verschwinden die Fragen nach Richtig und Falsch. Übrig bleibt das Wissen um das Jetzt.

An der Klippe stehend bemerke ich wie tief es herunter geht, wie weit der Boden entfernt ist, wie hoch ich geklettert bin. Schwindelartig erregt breiten sich meine Schwingen aus, werden vom Wind erfasst und ziehen mich über den Abgrund. Und erst im trudelndem Sturz, im unsteuerbarem Abstieg, wird das Warten zu einem Krampf, zu einer unerträglichen Last auf den Schultern.

Mit gebrochenen Flügeln zurück gelassen schreibe ich meine Geschichte, lerne erneut zu fliegen und vergesse was einst war.

Mittwoch, 21. November 2012

- LXXIX - zurückführende Pfade

Ausrollende Fäden, verwurzelnde Umstände. Verwirrende Wollknäuel entknoten sich, finden die passende Nadel und werden Teil eines Konstrukts, Glied einer Kette.

Wie eine Feder streicht das Band an mir vorbei, offenbart versteckte Pfade, unbekannte Routen. Und während der leitende Wind in der Dunkelheit verschwindet verhallen die schweren Schritte auf dem Boden, verwischen die Spuren an der Kreuzung.

Ein letztes Mal stehe ich als Clown vor dem Spiegel, betrachte das auf die Maske gemalte Lächeln, die gespielte Freude mit den Farben.
Ein weiteres Mal wasche ich die Schminke ab, unfähig mir in die Augen zu sehen, nicht in der Lage mich im Spiegel zu betrachten.

Erst die am Boden zerspringende Maske wird das wahre Ich offenbaren, mir mein wahres Gesicht zeigen.

Mittwoch, 14. November 2012

- LXXVIII - Die Prüfung


Kalt ist es geworden, still und atemberaubend. Und in der erdrückenden Enge des leeren Daseins finde ich die Lehren vergangener Tage, die Rästel unentwirrter Fragen die sich in den Geist frieren, fest halten und vereisen.

Leer ist es geworden, Wortlos, unbeschrieben. Und die Seiten all gelesener Bücher sind verschwunden, eingefangene Worte entflogen, verhängnisvolle Sätze vermisst.

Noch einmal drehe ich mich um, schaue zurück und lächel dem Berg zu der sich hinter mir auftürmt, den Weg zurück versperrt. Viele Muster erkenne ich; die alten Freunde, schöne Momente, vergangene Tage. Doch nichts ist mehr so, wie es einst war.
Tage vergehen, Monde verstreichen und die Worte bleiben gleich, immer da, wartend, verharrend. Auf den Ausbruch aus der Zelle, auf die Welle der Veränderung. Doch mit der Zeit altern sie, werden schwächer, kleiner. Und am Ende vergehen sie, denn nichts hält der Vergänglichkeit stand.

Donnerstag, 1. November 2012

- LXXVII - Pendelspiel

Brechende Brücken im Sturm all der Mächte allein gelassen. Stücke bleiben, Teile gehen - zurück bleibt nichts Ganzes, nur noch ein Schatten  des ehemaligen Glanzes. Und mit aller Kraft versuchen Seile zu halten was nicht mehr haltbar ist, wollen das unausweichliche Ende hinaus zögern.

Still ist es in der Kammer, einzig das leise Rauschen, das auslaufende Geräusch des Sandes aus der Uhr. Akribisch messe ich die Zeit, zähle Stunden, harre aus und warte. Auf das Ende, die beklimmende Leere.

Hilflos im Netz hängend wird die Witzlosigkeit von all dem Bemerkbar. Vampirische Blutsauger umhüllen mich, halten fest, rauben Kräfte. Und in ekstatischer Höhe füllt sich die Leere, verschenkt blumenhafte Leichtigkeit, falsche Gelassenheit.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

- LXXVI - Die eigenen Wurzeln

Unantastbare Tiefen, unerreichbare Höhen. In alle Richtung reichende Fäden durchziehen die Gefilde, kennen kein Ende, verschwinden außerhalb meiner Reichweite.

Reisen, den Atem suchen, immer den Spuren des Seins folgen und dabei auf Ruinen vergangener Existenzen stoßen. In ungeklärter Mission steige ich herauf, erblicke umgeworfene Wälle, eingestürzte Mauern. Und erst im Schein der alten Laterne erkenne ich die einstige Stadt, das großartige Mysterium Atlantis.

In Abgeschiedenheit versinkt der Weg hinter mir, wird von den schließenden Toren verdrängt, fallen gelassen. Und mit jedem weiteren Schritt vergesse ich, sehe nur den Pfad vor mir, die gepflasterten Steine durch das Labyrinth dieser Welt. 

Freitag, 19. Oktober 2012

- LXXV - Herzschlag

Schritte, immer weiter tragende Füße. Wege, Fäden verbindende Knoten, die auf Umwegen das Ziel anvisieren, unendliche Kurven mit Enden.

Auf der Suche trete ich in die Spuren vergessener Worte, in verändernde Phrasen und Übergänge. Und mit jedem aufgesammelten Stein bücke ich mich mehr, beuge mich der Last, krieche auf dem Boden, suche Halt an Greifbarem. Um nicht in der Erde zu versinken - ohne Abdruck, Stolperfallen hinterlassend.

Ein Universum, Sterne in greifbarer Nähe. Immer näher komme ich der herzhaften Zuflucht, in der Vergessenes wartet, Verträngtes fern bleibt und Bekanntes Gastgeber ist. Ein Ort, an dem alte Bäume wandern, hoffende Früchte tragen und in freudiger Echtheit blühen.

Samstag, 13. Oktober 2012

- LXXIV - Wellengang


Fußumspielende Wellen, festhaltendes Nass. Und in der angenehmen Kälte stehend spüre ich die Wärme des schlagenden Herzens, der wandernden Hoffnung.

Vertrautes davon tragen, gewohntes Wandern. Auf den Händen unaufhaltbarer Massen, im Rausch unbändiger Melodien. Und mit dem Fall kommt das aufkeimende Gefühl des verlorenen Glückes, die gleichgültige Empfindung des Versagens.

In Gruppenhafter Einsamkeit brechen wir an den Strand, doch erkennen einander nicht. Erst in der zurück ziehenden Naivität wird das fehlende Vertrauen bewusst, die verschwindende Hoffnung.

Die Schönheit eines Momentes, die Liebe einer Zeit. Immer wieder denke ich an sie zurück, versuche mir vorzustellen. Was wäre wenn. In sinnlose Fragen verfangend verliere ich die Besinnung, den Verstand und Überblick. Weil ich mich im Kreis drehe, nicht aufhören kann.


Sonntag, 7. Oktober 2012

- LXXIII - Gerechte Sorgen

In massenhafter Größe, zerkleinernden Kraft. Und umso länger ich darüber nachdenke, umso weniger gefällt es mir, umso ungerechter erscheint mir dies Alles.

Im Saal des Gerichts stehend warte ich ab, verharre in Gedankenloser Ruhe, entweiche den quälenden Kräften. Im Netz der trügerischen Sicherheit, der verfälschten Gerechtigkeit komme ich in Bewegung, werde von Hammerschlägen zum vibirieren gebracht, durchs Bangen zum beben gedrängt. Und immer wieder weitere Zeugen, weitere Sorgen - vom Ankläger gerufen.

In der Schnappatmung versinkendes Aufwachen, hektisches Wandern von einem Ort zum Anderen; um zu vergessen, die Gerechtigkeit dieser Bilder zu verdrängen. Um in selbstzerstörerischer Wut all dies zu vergessen.

Sonntag, 23. September 2012

- LXXII - Wer bin ich?

Ich bin ein Wort, im Satz stehend, in eine Zeile passend, für ein Buch geschaffen. Still und leise verbringe ich meine Existenz in diesem Werk, füge zusammen und teile, erschaffe Anfänge und schließe Enden ab. Erfinde Welten, zerstöre Reiche - für alles die Verbindung, der Kleister neuer Zweisamkeiten, alter Partnerschaften.

Wie ein Ton, flüchtig und kurzlebig, in der Komposition von etwas Großem stehen, ein Teil sein. Dem Canon folgen, leben, genießen und sein.

In ewiger Suche nach dem Wort, der passenden Bedeutung und dem Sinn der Existenz findet sich die Antwort so leicht.

Donnerstag, 6. September 2012

- LXXI - Rettendes Vertrauen

Leise Schritte auf dem Marmorboden; das ständige, nicht leiser werdende, Hüpfen der ohrenbetäubenden Schreie in meinem Kopf, die sich mit qualvollen Krallen in meinen Geist bohren. Ich schüttel mich, versuche wie ein Hund die Tropfen der Belästigung los zu werden, doch wie eine penetrante Mücke bleibt alles beim Alten. Stimmen verharren, das Gekreische setzt nicht einmal ab. Übrig bleibt das wandern in die Ohnmacht, das fallen lassen in die bekannte Dunkelheit.

Ein weißer Raum. Eine Vase mit Blumen, eine Person neben mir. Nur wage nehme ich die Gegebenheiten der Gegenwart wahr, versinkt der Geist viel zu gerne wieder in der Dunkelheit. Und doch spüre ich die vertraute Wärme einer Hand, den Druck der Zuversicht, der Hoffnung.

Erdrückende Wassermassen; kaum noch in der Lage zu Atmen strampel ich, versuche panisch von hier weg zu kommen. Um nicht unter der schweren Last zugrunde zu gehen, um nicht in all der Angst zu ertrinken. Doch immer wieder werde ich herunter gedrückt und fest gehalten, immer wieder muss ich kämpfen und leiden, zittern und all dies ertragen. Erst wenn der Körper versagt schwebe ich herauf, komme an die Oberfläche und erhasche einen Moment der Ruhe. Nur damit alles wieder von vorne anfängt, ich erneut in der Erdrückung versinke.

Es ist das Lächeln, das über all die Gedanken, die tragischen Momente, siegen kann. Das Lächeln, das die Wunden verschließt und einen aus dem Koma holt, aus der Trance der ständig anhaltenden Misshandlung.

Donnerstag, 30. August 2012

- LXX - Wind of Change

Vom Winde verweht, so sagen sie es einem Film nach, einem Gedanken, einem Gefühl. Und während sie darüber reden, diskutieren und ihre Fachmännische Meinung ablassen stehe ich auf dem Balkon, starre auf das Meer hinaus und ergötze mich an der Schönheit des Sonnenuntergangs. Des einen Phänomens, der mich immer wieder zu fesseln vermag, jedes Mal anders, jedes Mal schöner.

Es ist die kleine Brise, das leichte Streicheln des Windes, was dafür sorgt, dass sich meine Augen leicht schließen, die Sehnsucht nach der still stehenden Zeit groß wird. Weil es nie vergehen soll, der Moment, die Schönheit eines Atemzuges. Doch ich kann ihn nicht halten, fließt einfach alles davon, weg von mir.

Leise flüstert der Wind meinen Namen aus der Ferne, lockend und mit unberechenbarer Schönheit verleitend. Ich will dem nachgehen, die Welt sein lassen, in eine Andere eintauchen und versinken. Bis diese die Meine wird.

Samstag, 18. August 2012

- LXIX - Am Ende möchte ich vor meinem Spiegelbild stehen, sagen, dass ich mich gut geschlagen habe, tapfer gekämpft habe.

Ich möchte lachen, mich am Leben erfreuen und wissen, dass all dies "richtig" ist, dass all dies einen Zweck verfolgt, einen Sinn den ich verstehe. Ein Prinzip, das für mich nachverfolgbar ist. Doch dem ist nicht so. Verlaufe ich mich doch immer wieder im Labyrinth meines Seins, versuche wie Alice den Hasen zu fangen und komme doch nie hinterher.

Ich gehöre nicht hierher in diese Welt, die mit Trauer nicht umzugehen weiß. In diese Welt, die sich nicht für mein Bestreben interessiert, in der ich nicht in der Lage bin Abdrücke zu hinterlassen. Eine Welt, die sich wie eine geldgierige Frau verkauft, sich einer Kontrolle unterwirft und verlernt eigenständig zu sein.

Eine Maske tragend verstecke ich mich vor der Öffentlichkeit, meide die Anwesenheit, weil ich nicht mehr lügen will, weil ich all den Schmerz nicht mehr ertrage. Weil ich mich nicht mehr ertrage.

Montag, 13. August 2012

- LXVIII - Abrissbirne

Groß ist die Stadt in meinem Kopf, ein gewaltiges Konstrukt meiner Einbildung, eine Erfindung meines Verstandes, der so die Kontrolle bewahrt. Gedanken fahren über die Straßen, Ideen überqueren Ampeln und sammeln sich in den hohen Häusern, den kleinen Bauten und auf den viel besuchten Plätzen. Und irgendwie verirren sich Passanten auch in die dunklen Gassen, wo die Ängste und Zweifel sie auflauern, sie bedrohen, in den schlimmsten Fällen sogar auslöschen. Schon lange hat dieses Monster keine Sonne mehr gesehen, sind die Straßenlaternen, die Leuchtreklamen an den Geschäften und Glühbirnen in den Häusern die einzige Lichtquelle. Um die Schatten zu vertreiben, die sich wie eine Würgeschlange um die Stadt gelegt haben, die wie Ratten jeden Ort unterwandern.

Mit Bedauern verlasse ich mein Zuhause, meine Welt, meine Schöpfung, trete aus der Stadt heraus und verschließe das Tor. Damit mir niemand folgen kann. Damit ich nicht auf die Idee komme zurück zu laufen. Und es sind die Gräusche, Explosionen, einstürzende Gebäude und um Hilfe schreiende Passanten, die an meine Ohren dringen, mir Kopfschmerzen bereiten und dafür sorgen, dass ich mich qualvoll krümmen muss. Weil ich mich selber mit einreiße, einen Teil von mir zerstöre. Mich selber auslösche.

Irgendwann wird es still, die Schmerzen verschwinden und mit bedauern dreh ich mich um, schaue auf das Schlachtfeld meiner Seele, das zu einer einzigen Ruine geworden ist. Tränen, heraus gelockt von der unnötigen Zerstörung, der kalten Selbstsicherheit alles richtig zu machen, laufen mir über das Gesicht. Und erst jetzt wird mir klar, wie einsam ich bin.

Dienstag, 31. Juli 2012

- LXVII - Der Ritt des Lebens

Leises Schnauben zieht mich in die Realität zurück, während sie mir wie Zügel aus den Händen gleitet und ich die Kontrolle verliere. Hilfe suchend drücke ich die Füße nach unten, doch finde den Boden nicht, habe ihn verloren und für einen deutlich schwächeren Untergrund, einen anderen Sattel, eingetauscht. Übrig bleibt das Festhalten und Hoffen. Dass der Sattel hält, die Welt auf der ich reite sich wieder beruhigt oder mir irgendwie die Zügel wieder in die Hände fallen.

Mein Leben ist ein störrisches Pferd, ungebändigt und nicht einreitbar. Weil immer wieder Etwas kommt, das das Pferd durchgehen lässt, das Leben beeinflusst und Angst schafft, es mir unmöglich macht Ruhe in den Alltag zu bekommen.

Irgendwann liege ich einfach nur still da, starre in den Wolkenlosen Himmel während die Welt unter mir sich weiter bewegt, die Sterne wandern und ich dennoch das Gefühl habe regungslos zu verharren. Und wieder einmal wird mir klar werden, dass das Leben lang ist, dass dieser Ausritt nie enden wird, weil es immer irgendwie weiter geht.

Donnerstag, 26. Juli 2012

- LXVI - Das Orchester der Seele

Leise klopft der Regen an mein Fenster, lockt mich heraus und streichelt meine Haut, schenkt mir eine kostbare Massage die beruhigt und der Seele ein Trommelspiel aufdrückt. Im Rhythmus der einschlagenden Tropfen spüre ich die Last der Erdrückung, den Schmerz der Belastbarkeit. Und doch bleibe ich stehen, lasse es über mich ergehen und finde eine Ruhe und Gelassenheit in der sich ständig wiederholenden Melodie, in der Musik des Regens.

Taktlos streife ich umher, an nichts gebunden, nur darauf wartend endlich gefunden zu werden. Damit ich in einen Rhythmus gezwängt werden kann, meinen Platz in einem großen Werk finde. Um ein Teil von Etwas zu sein. Um bei Etwas mitwirken zu können.

Ich passe nicht, meine Melodie ist nicht für Andere bestimmt, nirgendwo einordbar. Wie ein einsames Solo erklingt die Melodie der Seele, ungebunden, fremdartig.

Montag, 23. Juli 2012

- LXV - Schlafensruh

Jede Nacht erneut umpfängt mich die Ruhe der Nacht, der Mantel der Finsternis, um endlich die Erlösung zu bringen. Doch Nichts ist beständig, immer wieder verirrt sich der Stress, die Ohnmacht in die dunklen Ecken des Seins; Ungestört, Unaufhaltbar.
Im Labyrinth der Seele ist das Verlorene ewig aufgehoben, immer da, wartet nur darauf geweckt zu werden. Um wieder hervor zu brechen, Schmerzen zu bringen und Wunden auf zu reißen.

Das, was dem Herzen längst klar ist, ist für den Kopf unverständlich, nicht greifbar, weil er die Abgründe nicht überschreiten kann, regungslos verweilt.

Dienstag, 3. Juli 2012

- LXIV - Egal wie viele Schritte ich ging, Kilometer hinter mir ließ oder Berge überquerte, nie kam ich an. Im Hier und Jetzt.


Was ist nur aus mir geworden, meinen Wünschen und Träumen, meiner Fantasie? Wann, und vor allem wohin, entschwand all dies, die Hoffnungen, das Vertrauen in das Leben?

Zwischen der Erde und dem Himmel gefangen, unfähig mich zu bewegen, muss ich zusehen. Wie sich alles verändert, Fremd wird und aus den Erinnerungen entschwindet.

Freitag, 29. Juni 2012

- LXIII - Sommerlicher Maskenball

Hell leuchtet der gelbe Ball am Himmel, vertreibt die schwarz-weiße Färbung und erfüllt mit wärmenden Strahlen das Herz, beruhigt den Kopf und nimmt die Kälte, die bedrückenden Gefühle ab, spendet Freiheit, Gelassenheit.

Leises Wellenrauschen dringt an meine Ohren, das Gelächter von Anderen, laute Rufe. Seit Stunden schaue ich den Menschen zu, zähle stumm mit und vergesse wieder und wieder die Zahl, beobachte Kinder beim Spielen und Erwachsene beim Baden im kühlen Wasser, in der verfärbenden Sonne.

Immer wieder strecke ich die frisch bemalte Maske gen Himmel, tauch sie in die Sonne, um die Farbe trocknen zu lassen, das genießerische Lächeln fest zu halten, das der Sonne entgegen lacht, den Sommer mit offenen Armen empfängt. Damit nach den zahlreichen Proben die Makel und Fehler ausgemerzt sind, die Maske zur Perfektion getrieben wird.


Mittwoch, 27. Juni 2012

- LXII - Abgründe zweier Welten

Wie ein Soldat zieh ich in den Krieg, doch komm nie vollständig zurück. Erinnerungen, Narben, all die seelischen Abgründe die festhalten und nicht loslassen, mit undurchtrennbaren Wurzeln dafür sorgen, dass ich nicht weglaufen kann.

Bomben schlagen neben mir ein, bringen die Erde zum beben und verursachen Kopfschmerzen, so dass mir schon das Blut aus den Ohren heraus läuft und ich nichts mehr hören kann. Ohne Verständnis stehe ich auf dem Wall und starre hinaus auf den Horizont, versuche eine Antwort zu finden, eine Erklärung für all dies. Vergebens, kann ich in all dem Lärm keinen Gedanken fassen, kein Wort ergreifen, das auch nur Ansatzweise das Geschehen erklärt. Während Staub und Dreck auffliegt, von den Explosionen in meine Richtung getragen wird, empfinde ich den Schmerz des Versagens, die Niedergeschlagenheit der Niederlage, weil ich versagt habe, nicht beschützen konnte, obwohl ich es versprochen hatte.

 Tropfen treffen auf die Haut, heiß und verletzend, spüre ich jeden Einschlag tief in der Seele und schrecke davon auf, die Augen weit aufgerissen, Angst versprühend. Und ich laufe davon, versuche dem Regen zu entkommen, der so tief in mich eindringen kann...

Sonntag, 10. Juni 2012

- LXI - Die Wanderung

Das Leben schreibt viele Geschichten, mal kürzer, mal länger. Es gibt keine Garantie, keine Sicherheit, dass sich nicht etwas ändern könnte - zum Glück, zum Pech mancher. Die einzige Möglichkeit ist es zu hoffen, einfach weiter zu laufen, dem Faden zu folgen, bis das Ende erreicht ist.

Sollten wir nicht genau dann entscheiden ob die Geschichte schön war, ansprechend, belebend und erfüllend?


Ich will wandern, plane und überlege; will überraschen - mich, sowie andere, Freunde. Ich will etwas ändern, mich selber finden und dabei der Welt ein Teil von mir hinterlassen. Ich will schreiben, eine Geschichte finden, auch wenn es meine ist, und sie festhalten, ein Werk in den Händen halten. Ich will singen, die Erfüllung, die Freude wieder finden, sie mit anderen teilen und mich leiten lassen.

Ich fasse einen Entschluss, eine Entscheidung, und lebe mit dieser, richte mich nach dieser aus und mache das Beste draus. Um endlich etwas zu haben, die Gewissheit; um endlich zu Leben, mit gutem Gewissen.

Sonntag, 3. Juni 2012

- LX - Sternenwanderer

Wann habe ich aufgehört die Sternen berühren zu wollen, sie vom Himmel zu holen? Warum verlor ich den Mut, die Lust, die Klarheit einen Stern fest zu halten, ihn niemals los zu lassen?

Im Mantel der Nacht wandern, weil ich mich nicht verstecken muss; wie gerne würde ich dies nun tun, den Körper abkühlen, den Geist erfrischen. Doch ist es schon längst nicht mehr machbar, viel zu belastend, zu anstrengend. Denn die Sterne sehen auf mich herab, beobachten und sind die schweren Steine in meinem Geist, so dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann, einfach alles abschalte und vergesse zu leben.

Mit Träumen beschenkt liege ich gequält im Bett, kann und will nicht schlafen, versuche Wach zu bleiben. Um nicht erneut eine Welt zu betreten die nicht meine ist - eine Welt, in der ich nicht Zuhause bin. Und immer öfter verliere ich mich in der Meinen, entschwinde mit dem Geist in meine Worte, die unaufhaltbar fließen, nicht gestoppt werden können.

Ich will Schreiben, das Leben vergessen und in der Welt versinken die ich kenne. Und ich will nie wieder zurück kommen...

Mittwoch, 30. Mai 2012

- LIX - It's not easy to be me

Auf dem Weg in die Zukunft bleibe ich stehen, sehe in einen Spiegel und betrachte mich, nehme Unebenheiten wahr, die Abdrücke einer schweren Vergangenheit, die die Augen schwächte, das Gehör nahm, die Zunge lahm legte und Gefühle zerriss, die Gedankenlosigkeit spendete.


Wer weiß, was mir alles passieren wird? Wer weiß, was mir alles passiert ist? Vielleicht ist vieles nurnoch die Fantasie, mein halbes Leben ein Traum, der mit der Realität verschwamm und wahr wurde. Und doch zeigen mir die sichtbaren Narben die Wahrheit, die durchlittenen Schmerzen, während die stillen Risse im Herz, in der Seele, noch schmerzen und mich Tag für Tag herunter drücken. Alleine die Abgrenzung dieser lässt mich Leben, den Weg weiter bestreiten.


Es ist der Schreiber, der Autor und Verfasser großartiger Texte, der das Leben bestimmt, Taten vorschreibt, den Weg in die Zukunft weist. Es ist sein Weg, sein gewählter Pfad, dem ich folgen will, für das Heil meiner Seele. Denn was würde passieren, wenn ich mich dagegen stelle und meinen Geist zerreiße?

Samstag, 26. Mai 2012

- LVIII - Der Stillstand im Leben

Irgendwann fange ich an zu verstehen, dass auch die Zeit mich im Griff hat, dass ich ihr nicht entkommen kann, so sehr ich mich auch dagegen wehre.

Seit Stunden stehe ich nun schon hier, starre in die Luft vor mich und lausche den Gesprächen vorbeikommender Passanten, während sie mich keines Blickes würdigen, mir mit ihrer Ignoranz das Gefühl geben unsichtbar zu sein.

Selten ist es geworden, das Gefühl beachtet zu werden; die Wärme, die in das Gesicht wandert. Und so kühle ich ab, werde ignoranter, trauriger, einsamer. Und mit jedem weiteren Teil, das zur Statue wird, wird das Gefühl stärker nicht zu existieren, einer Kaste anzugehören, die von alles Missachtet wird. Ein Gefühl, unberührt zu sein...


Dienstag, 22. Mai 2012

- LVII - Strandspaziergang

Die Motivation geht immer von mir aus, ich bin der Anfang und das Ende meiner Taten. Egal ob es das Schreiben, das Laufen oder die Musik ist, ohne den Eigenimpuls würde es verkümmern - tut es das manchmal auch.
Bewusst zerstöre ich mich selbst, bring mich in unmögliche Situationen, um zu verzweifeln, das Gefühl der Hilfslosigkeit zu verspüren. So gesehen bin ich für die Niederlage motiviert, bewaffnet mit dem Selbstbewusstsein des Löwen aus 'The Wonderful Wizard of Oz'.


Inzwischen sitze ich am Strand, starre auf die Wellen hinaus und lausche dem freudigem Kindergeschrei, während die Sonne mich anstrahlt, meine Haut rot färbt und die Brandblasenbildung voran treibt. Stunden verharre ich so, sehe Menschen kommen, Menschen gehen, die mich nicht beachten, während ich ihre lachenden Gesichter betrachte, die Freunde und Unbeschwertheit spüren kann. Und irgendwann sitze ich alleine da, versuche mich aus dem Sandhügel zu befreien der meine Beine in einem eisernen Griff hält.

Erst nachdem die Sterne am Himmel zu sehen sind gebe ich auf, lasse mich fallen und seufze der angenehmen Kühle entgegen...

Sonntag, 20. Mai 2012

- LVI - Kapitel 1 & 2 *

Kapitel 1 - Das Kind vom Strand

War es meine Aufgabe gewesen? Kein Zufall, sondern Bestimmung? Immer wieder frage ich mich das, während ich hier sitze und schreibe, meine Worte finde, meine Geschichte aufschreibe, um sie irgendwann der Nachwelt zu hinterlassen.
Die Stotterzunge war der damalige Protagonist gewesen, verletzt, dem Tode nah. Das Meer hatte sie zu mir gespült, der Wind meinen Namen geflüstert, wollte die Erde eins ihrer Kinder nicht verlieren. Was wäre ich heute ohne dieses Kind? Ohne diese junge Frau, die meinen Mantel nahm um sich zu wärmen, die meine Worte verschluckte und mir ihre Dankbarkeit entgegen brachte?
Der Bücherwurm war gefangen in einem kleinem Körper, verletzlich und hilfsbedürftig. Ohne darüber nachzudenken half ich ihr, spendete ihr die Wärme, die Freundlichkeit, Liebe. Die Liebe, die ein Elternteil seinem Kind entgegen zu bringen hatte.
Mit dem Mädchen habe ich einen weiteren Teil der Menschlichkeit - des Lebens - gewonnen, einen Pfad auf der Erde entdeckt, der mir bis dahin verschlossen war. Wie bei jedem Weg kenne ich das Ende nicht, weiß ich nicht ob es mir die Erfüllung und Befreiung gibt, doch das zählt nicht. Es fühlt sich richtig an.
Ich rettete nicht nur sie, auch Bücher und längst vergessene Worte fielen unter den Schutz meiner Flügel, so dass ich ihr am Ende mein Wort gab, ihr versprach immer für sie da zu sein.
  
Kapitel 2 - Von Wölfen und Lämmern

Das Leben hat viele verstrickte Pfade, viele uneinsichtige Wendungen. An manchen Ecken warten Dornenbüsche, an anderen die steile Klippe. Man weiß nie, an welcher Kreuzung, welcher Ecke man die Kontrolle verliert und irgendwo verschwindet, sich verletzt oder verändert.
Wer ist der Wolf, wer das Schaf? Und wo ist der Hirte? Inzwischen weiß ich nur noch, dass ich nicht der Wolf bin, es nie war. Eher würde das Schaf zu mir passen, das sich in den Wolf verliebte, seine Reinheit verlor, weil es etwas böses an sich heran ließ und sich hingebungsvoll opferte, das Leben in der Herde aufgab. Weil es dumm war. Und naiv. Dennoch kann das Schaf nicht anders, als an den Wolf zu denken...
Ich wurde weggeschickt, zum Ersten mal - musste gehen, weil meine Anwesenheit nicht ertragen wurde, nurnoch alles schlimmer machte. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das überhaupt verstand.

Sonntag, 13. Mai 2012

- LV - Nächtliche Gedanken

Wieder habe ich im Mantel der Nacht keinen Frieden gefunden, muss die Maske der Resignation aufsetzen und alles auf mich zukommen lassen.


Tage sind vergangen; Nächte, die ich auf dem Balkon vor meinem Fenster verbracht hatte und das photografische Bild des Himmels betrachtete. Während dieser Zeit fing ich an etwas zu vermissen, die Wärme, die mich umfing aber nie die Gedanken erreichte, die Schönheit, die immer allgegenwärtig aber doch so weit weg war, der Frieden, ein unerreichbares Ziel, das vermutlich erst im Tod auftreten wird.

Dienstag, 8. Mai 2012

- LIV - Das Leben am Rand des Abgrunds

Schnell geht mein Atem, das Herz schlägt in einem unbekanntem Tempo, zerreißt den Brustkorb und wird zu einem schmerzenden Hämmern das nicht aufgehalten werden kann. Neben dem ständigen Geräusch des ausgestoßenen Atems erklingt das Geräusch schnell auftreffender Füße auf dem Boden, was meinen Körper jedes mal zum Vibrieren bringt. Schon längst nehme ich die Natur nicht mehr wahr, hetzt wie ein Gejagter durch sie; an Bäumen vorbei, durch Büsche hindurch, über Stock und Stein. Und irgendwann erreiche ich eine Lichtung, stolper über den Rand, schaue nicht zurück, nicht nach vorne, kenne nurnoch den Drang in Bewegung zu bleiben. Ein Drang, der so stark ist, dass ich nicht einmal den Graben erkenne, den Abhang, über den ich mit langen Schritten springe...


Schon oft hatte ich das Bild vor mir, ein Abgrund vor dem ich stehe, in den ich springe, in den ich falle, weil ich mich nicht entscheiden kann. Alltäglich wander ich am Grat von Leben und Tod, greif mal hinüber, schaue herunter und lächel leicht, während mich an anderen Tagen ein Gefühl der Übelkeit überkommt, wenn ich auch nur eine Sekunde zu lang herunter schaue.

Am Ende sitze ich im Gras vor der Klippe, starre in den Himmel und seh der Sonne beim untergehen zu, genieße den Regen und werde mir der Mehrdeutigkeit dieses Ortes bewusst, der Tiefe des einen Gedankens, der weit über das Ende hinaus geht. Ich erkenne die Angst, die Sorge, das Aufgeben, die Hoffnung, den Mut, die Zuversicht - das Leben.

Ich bin zum Zuschauer verkommen, dem ewigem Betrachter, der still und leise in der glühenden Hitze steht, im Regen sitzt, im Sturm verweilt und im Chaos ruhig bleibt.

Samstag, 5. Mai 2012

- LIII - Die "letzte" Nachricht

Seit Äonen dreht sich die Welt, etwas Neues wird erschaffen und Altes zerstört. Die Zeit wandert einfach weiter, unbeeindruckt von all dem. Und mitten drin stehe Ich, unbedeutend und klein, bin nicht einmal eine Ameise auf dem Spielbrett des Lebens. Denn während sich alles um mich herum verändert - Häuser immer höher gebaut, Straßen immer länger gezogen und die Fahrzeuge noch schneller werden - bleibe ich gleich, stehe auf dem Fleck, dem Mittelpunkt um den alles herum passiert, ohne selber ein Teil der Veränderung zu sein.

Viele Jahre stand ich da, regungslos, eine Statue meiner Selbst, während Sorgen wie Wellen auf mich einbrachen. Zu einer Götze war ich geworden, einer Vase voll von Sorge und Angst, so wie es sich gehörte. Mein offenes Ohr, meine Stille schenkte Befriedigung; ich nahm die schweren Steine auf mich, die jeder zu tragen hatte.

Behaltet mich in Erinnerung, das ist der einzige Wunsch den ich habe. Erinnert euch an das lachende Gesicht, das ich irgendwann verlor, behaltet die Erinnerung an die Worte, denn diese sind meine Letzten.


Ich muss gehen, verschwinden und entweichen in die Flammen der Hölle oder kalte Vergessenheit, je nachdem, was ich schlussendlich glaube. Doch irgendwann muss jeder gehen, gehört es doch zum Leben dazu - ist nur ein Teil des ewigen Kreislaufes.

"Ich will nicht sagen, weinet nicht. Denn nicht alle Tränen sind von Übel." Nur lasst nicht zu, dass sie über euch regieren, möchte ich dass ihr mit Freude an mich denkt, im Lachen über mich redet, das Schöne in Erinnerung behaltet. Denn damit ehrt ihr mein Andenken, mein Wirken...

Montag, 30. April 2012

- LII - In Gedenken

Irgendwann holt mich die Realität ein, der Traum wird zerplatzen wie eine Seifenblase und die Sorgen werden wie ein Wasserfall auf mich niederprasseln, mich ertränken. Bis dies passiert kann ich nur warten, meine Schutzblase jedes mal etwas verstärken, pusten und beten, damit nichts meine heile Welt berührt, die Verderbnis von meinem Haus fern bleibt.


Ein Jahr ist es her, vielleicht ein paar Monate mehr, ein paar Monate weniger. Ich weiß es schon nicht mal mehr. Nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich es in all dem Stress vergessen habe. Und doch stelle ich mir vor, wie ich vor deinem Grab stehe, auf die Schriftzüge herunter schaue und mich wieder einmal Frage, warum du sterben musstest. Du warst der Beste, ein Lehrer wie kein Zweiter, unschlagbar im erklären des Glaubens, so dass ich selber fast anfing zu glauben. Doch dann warst du ja nicht mehr da, wurdest der Erde entrissen, die du mit so viel Faszination für uns geteilt hattest.


Ich glaube, die Verderbnis hat schon längst Einzug gehalten - in mein Haus, in meinen Kopf. Sonst würde ich mich nicht plagen und zweifeln, versuchen eine Erlösung zu finden.

Vielleicht ist es das Beste zu warten. Warten, bis der Schutz zerplatzt, bis ich von den Horden überrannt werde. Denn schlussendlich wird dies passieren...

Dienstag, 24. April 2012

- LI - Das weiße Symbol

Seit Tagen schaue ich den Tauben beim Fressen zu, werfe ihnen immer wieder Brotstücke vor die Schnäbel und lächel aufgrund der Vertraulichkeit die sie mir entgegen bringen. Es ist zu einem Rhytmus verkommen, zu einer Freundschaft von der wir Beide etwas haben.

Immer wieder bestaune ich das weiße Kleid, das wie Diamanten in der Sonne funkelt wenn die kleinen Vögel sich erheben und gen Himmel fliegen. Immer wieder verfange ich mich in der Sehnsucht, wenn ich ihnen hinterher sehe. Weil ich wie ein Baum Wurzeln habe, auf der Erde festgewachsen bin und mich nicht in die Lüfte erheben kann.

Sonntag, 22. April 2012

- L - Die weiße Zeit - Der Rückblick

Die Berge verabschieden mich, der Himmel schenkt mir die weißen Tränen und färben die Welt wieder Grau. Ein Letztes mal falle ich, genieße das Tempo und die Schmerzen, die Leichtigkeit und Eleganz. Noch einmal genieße ich den Ausblick, getrübt durch den Nebel der Trauer.

Ein letztes mal betrachte ich das Kunstwerk, geschaffen vom Künstler Gaja, mit den schönen grau-braunen Tönen, die diese Berge so unecht erscheinen lassen. Mit Ehrfurcht streiche ich über das Gestein, lausche dem leichtem Wind und schließ die Augen, genieß noch einmal die Kälte.

Die Berge verabschieden mich, Gebirge einer fremden Welt. Ein anderer Künstler malte diese, in einer unerreichbarer Höhe, heller und schöner als jedes andere Bild. Ich drehe mich, und auch wenn mein Blickwinkel begrenzt ist, so erkenne ich verschiedene Gegebenheiten; das Meer, Gebirge, Geschichten - Bilder die ich mit Worten nicht einfangen kann.

Ich bin wieder gelandet, im Alltag, im Leben, fern der Träume und Wünsche. Ich spüre wie es wieder auf mich fällt, die Schwerelosigkeit verschwindet und alles wieder so ist, wie es war.
Alles? Nein, ich habe Dinge verloren, Dinge gewonnen. Und vielleicht lässt dies mich trotz der Tränen lächeln, trotzt der Trauer lachen.

Donnerstag, 19. April 2012

- XLIX - Die weiße Zeit - Verlangen

Unbekannte Gefühle durchfließen meinen Körper, lassen ihn erzittern und aufgrund eines unbekannten Verlangens nicht mehr ruhig schlafen. Immer wieder drehen sich die Gedanken um das selbe Problem, um die selbe Schwierigkeit, die selbe Schwäche. Ich kämpfe dagegen an, doch jedem Sieg folgt eine Niederlage. Frustrierend, aber wahr.

Ich kämpfe mit mir selber, stärker als jemals zuvor. Ich versuche meine eingefleischten Sitten zu beißen, zu zerreißen, um endlich aus dem Schatten treten zu können, um endlich von den Qualen erlöst zu werden.

Jetzt sitze ich im Sessel, habe ein Glas mit Alkohol in der Hand und trinke die flüssige Sünde, beneble meinen Geist und versuche somit die Gefühle und Schmerzen zu lindern. Doch es bringt nichts, es macht es nur noch schlimmer, nur noch schmerzhafter, dass sogar schon die Tränen die Wangen herunter laufen. Zum ersten mal empfinde ich eine Angst, ein demotivierendes Gefühl, den Kampf zu verlieren. Etwas, was ich ganz sicher nicht will...

Mittwoch, 18. April 2012

- XLVIII - Die weiße Zeit - Entscheidungen

Das Leben ist bespickt von verschiedenen Möglichkeiten, verschiedenen Wegen und Pfaden, die zu einer weiteren Abzweigung führen. Von Klein auf wird einem diese Entscheidungsgewalt in die Hand gedrückt; der Zwang gesetzt einen Pfad zu wählen.

Ich wählte damals zwischen einem Apfel und einer Birne, zwischen einem Horror- und Actionfilm. Entscheidungen traf ich bei der Wahl der künstlerischen und sportlichen Aktivitäten, bei der Wahl ob Auto oder Motorrad. Und selbst jetzt entscheide ich noch wohin mich mein Leben tragen soll. Weil ich ständig vor einer Entscheidung stehe, ständig die Wahl habe; das Leben nur aus diesen besteht.

Und doch will ich mich nicht immer entscheiden, will ausharren und warten, meine Chancen abmessen und zählen, die Erfolgsquote so hoch wie möglich setzen. Weil ich wie in einem Schneesturm nicht viel sehen oder nur etwas vermuten kann. Weil ich schlussendlich keine Fehler machen, nicht verlieren, will...

Dienstag, 17. April 2012

- XLVII - Die weiße Zeit - Über den Wolken...

muss die Freiheit grenzenlos sein. Unberührbar, unantastbar, wie Gedanken, wie die Vorstellungen einer besseren Welt. Und doch ist dem nicht so, Personen beeinflussen uns, unsere Gedanken, unser Handeln, unser komplettes Dasein.

Ich wandle auf einem Pfad der Veränderung der kein Ende kennt und nicht verlassen werden kann, auch wenn ich mir das so sehnlichst wünsche. Es ist die Angst vor der Veränderung, die Angst vor dem Unbekannten, das mich zögern lässt, zurück zucken, schweigen, auch wenn ich sie Willkommen heiße.

Für immer hier sein, das wünsche ich mir. Den Himmel berühren, die Unendlichkeit erfassen und einfach so weiter leben, ohne Störung, ohne Einfluss.

Montag, 16. April 2012

- XLVI - Die weiße Zeit - Ein kleiner Sonnenschein

Hinter den Bergen erhebt sich die Sonne, erwärmt die Gemüter und Gedanken, lässt die grauen Wolken verschwinden die sich angesammelt haben und spendet Freude. Wie eine lange und steile Piste herunter rasen die Ideen, Wünsche und Vorstellungen, Gedanken in einer schönen und verräterischen Form, die sich nach der Geschwindigkeit, der Vergänglichkeit sehnen.

Irgendwann stehe ich auf dem Gipfelkreuz, starre herunter in das Tal und verliere mich in der Unendlichkeit, in der Höhe und dem Gefühl der Schwerelosigkeit. „Die Gedanken sind frei...“ summe ich vor mir her, werfe sie weg und lass mich mit geschlossenen Augen fallen.

Die Sonne färbt alles, aus Grau wird Gelb, Rot, Blau. Die Farben vermischen sich, verändern ihren Glanz und schenken Mut, weil es viel fröhlicher wirkt als ein einfaches Grau. Und so verändern sich auch die Gedanken, werden freundlicher und farbiger. Ein Lichtblick zieht ein, mag es auch nur für kurze Zeit sein.

Freitag, 13. April 2012

- XLV - Die weiße Zeit - Der Anfang

Leicht ruckelt die Gondel, trägt mich durch die grau-weißen Massen der Wolken, des Nebels, der sich um die Berge gelegt hat die ich über alles liebe, die ich seit so langer Zeit vermisst habe. Und auch wenn ich nichts erkennen kann, so weiß ich um meine Freiheit, die Höhe, die Gelassenheit. Mein Herz pocht, schlägt und freut sich; es weiß, dass ich wieder daheim bin.

Wie soll ich meine Sehnsucht beschreiben? Wie soll ich meine Gedanken erfassen, die sich um diesen Ort, diese Zeit drehen und doch schon wieder weiter gehen? Gedanken, die das Ende sehen können; weil sie immer das Ende sehen.

Es ist alles Weiß, löscht die Gedanken und lässt den Kopf still werden, vergängliche Dinge verschwinden, denn es existiert nichts mehr. Das Weiß hier draußen, das dem in meinem Kopf so ähnelt. Es tut gut, denn so habe ich einen Grund nicht zu denken.

Donnerstag, 12. April 2012

- XLIV - Prolog - Die weiße Zeit - Won't go...

Here... i want to stay here. Happy and free. This time, this days will never come back again...

Unvergesslich sind die vergangenen Tage, Stunden und Minuten, die mich bereicherten und alles auf den Kopf drehten. Neue Ideen, neue Wünsche und andere Planungen. Mit einem mal bin ich mir nicht mehr sicher was ich wirklich will - war es mir noch nie. Doch was ist, wenn mit einem mal der Drang existiert das bereits geplante zu zerreißen und einfach neues zu erschaffen, angestachelt von der schönen Zeit, von den neuen Erinnerungen und Erfahrungen?

Dies ist ein Versprechen an mich:

Erinner dich, gedenk diese schöne Zeit, die Personen, den Ort, die Aussicht. Lass sie nicht verblassen und verschwinden wie so vieles davor. Und nimm alles mit, um es besser als vorher zu machen.
Zöger nicht mehr, zweifel nicht mehr. Sieh jede Entscheidung, jede Tat, wie eine Piste, eine weiße Strecke die steil und hügelig ist, ausgefahren von den ganzen Skianfängern. Fahre einfach drauf los, lebe und genieße es, denn du kannst nur fallen. Doch wenn du fällt stehst du wieder auf. Das tust du immer.

Sonntag, 1. April 2012

- XLIII - Danke für deine Worte

"Du bist einer von denen, zu dem man gehen kann. Mit Sorgen und Ängsten kann man dich bedrängen, während du ruhig bleibst und einfach nur "Na, und?" sagst. Du bist einer von denen, die Worte finden können, wo andere versagen, wo sich so viele dran versuchen. Mit deinen Worten berührst du, zeigst Dinge wie sie sind, bringst schöne Erinnerungen zurück und erfasst es auf eine verständliche Art, auf eine Weise, die deine gute Seele verkörpert."


Still war ich, als du mir diese und viele weitere Worte gabst, sie mir entgegen brachtest und mir damit einen großen Gefallen tatest.
Still war ich, als du mich lobtest wegen meiner letzten Worte, als du durch die belebte Zunge meine Arbeit ausgezeichnet und ihr Anerkennung geschenkt hattest.
Still war ich, als du mich zu Tränen rührtest und ich nurnoch zu einem leisem, unerhörtem, "Danke" fähig war.

Ich danke dir für das, was du für mich bist, was ich für dich sein darf. Ich danke dir für die Freundschaft, die trotz der Entfernung der Jahre, der Entfernung des Lebens bestehen blieb und hoffentlich auch noch lange so bleiben wird. Denn ohne diese wäre ich nun nicht hier...

Dienstag, 20. März 2012

- XLII - Unordnung

Was soll ich machen, wenn ein Chaos in meinem Kopf zu existieren scheint, das nicht gebändigt werden kann? Wenn ich von Gedanken und Gefühlen innerhalb kürzester Zeit überwältigt werde, die mir bis dahin fremd waren, nicht zuteil wurden?

Ich bin unsicher, das war ich schon immer, wie ein hilfloses Kind auf einem brüchigem Steg im Meer. Ich schrie um Hilfe, ich betete um Beistand, doch nie machte ich Bekanntschaft mit der Wärme der Sonne. Das kalte Meer lehrte mich zu schweigen...

Und nun wird alles durcheinander gewirbelt, Träume und Realität, so dass ich nicht mehr weiß wo genau ich stehe. Verwirrt laufe ich umher, wie ein Schaf das den Weg nach Hause nicht mehr findet, und bin den unbekannten Mächten ausgeliefert.

Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll, was ich schreiben kann, um das Chaos zu beruhigen...

Sonntag, 18. März 2012

- XLI - Träume

Still liege ich da, mit geschlossenen Augen, und denke nach. Über verschiedene Dinge, verschiedene Auswüchse der Welt, Phänomene, den Sinn des Lebens, des Daseins. Und während ich so daliege und nichts tu außer meine Gedanken in Worte zu fassen, um sie in Sätze zu formen die irgendwann auf dem Papier erscheinen, fange ich an zu Träumen; über fremde Welten, Wesen und Momente.
Ich versinke in einer anderen Welt, einem unbekanntem Universum, das mich aufsaugt und mitreißt, meinen Körper auseinander zerrt und wieder zusammen setzt. Und jedes mal, wenn ich aufwache, scheine ich zu verstehen, einen Sinn zu erkennen, eine Belehrung, eine Erklärung für etwas. Doch nie bin ich schnell, nie wach genug, um den Sinn länger als wenige Sekunden zu halten. Nur so lange, um zu erkennen, dass mir der Traum aus den Fingern fließt und in den Schatten der Erinnerung verschwindet.

Deine Pläne werden in Erfüllung gehen.

Auch wenn diese Worte nicht an mich gerichtet waren, so überlege ich, stelle mir heimlich Fragen über einen Plan, den ich mir selber erdacht haben könnte, über den weiteren Verlauf des Einsilbigen Lebens. Und ich Frage mich, was noch so kommen mag, welche Träume noch erscheinen mögen, mir Nichts sagen wollen und doch irgendwann verständlich werden.
Genau in diesem Moment habe ich Angst, denn was wenn es nicht meine Pläne sind? Was, wenn dies Alles einen Sinn verfolgt den ich nicht verstehe? Wenn mein Leben nicht in meiner Hand liegt, sondern in der einer Anderen?
Mit einem Mal wird mir die Stille meines Kopfes bewusst, die Gedankenlosigkeit, die ich nicht in den Griff bekomme. Mit einem Mal wird mir klar, warum die Erinnerungen so verschwommen sind, warum immer mehr von der Macht namens Zeit gefressen wird.

Du wirst einen alten Freund und deine Ruhe finden.

Irgendwann stehe ich am Wasser, lausche der Melodie der Möwen, dem beruhigendem Geräusch der an den kleinen Strand brechenden Wellen, während mein Herz immer stärker, immer schneller, schlägt. Ich sehe mich - wartend, zögernd - während sich der Blickwinkel immer wieder verschiebt, sich um mich dreht und aus allen Perspektiven aufnimmt, mir das Gefühl einer Erinnerung, eines Dé já vú's, vermittelt. Ich erkenne diesen Moment und verstehe vieles und Nichts, weil es für mich unerklärlich ist, keine Antwort auf meine derzeitige Frage gibt. Und doch fange ich an einen Sinn zu erkennen, eine Botschaft zu erraten...

Donnerstag, 8. März 2012

- XL - Meditation

Ein leises Rauschen dringt an mein Ohr, flüstert mit leisen Tönen Worte in meinen Kopf, während die Entspannung meinen Körper zu ergreifen scheint. Ich weiß nicht mehr wie lange ich hier schon sitze, seit wann die Augen geschlossen sind und ich die Umgebung auf mich wirken lassen, den kühlen, streichelnden Wind; den Geruch des Wassers, das mit leichten Wellen an den Strand schlägt.

Böses Karma hat sich gesammelt, ich habe es aufgenommen wie das täglich Brot, um ein Sättigungsgefühl zu verspüren, um die Leere zu füllen die meinen Körper, meinen Magen, in Besitz genommen hatte. Und nun schäme ich mich dafür, weil ich meine Dummheit, meine Naivität, erkenne mit der ich gehandelt habe. Handlungen von denen ich dachte, dass sie richtig wären.
Es war nie mein Ziel gewesen andere zu verletzen, genauso wenig wie mich selbst. Und doch blieb dies nicht aus...

Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, keinem Gott, keinem Menschen oder anderen Lebewesen. Denn meine Gedanken sind Qual genug, meine Zweifel, meine Scham für das was ich tat. Ich brauche keinen Richter, weil ich am Ende mein eigener bin...

Stille umfängt mich, kein Rauschen, kein Flüstern. So gesehen gibt es nichts mehr, nurnoch Ruhe und Gelassenheit, ein Gefühl der Erfüllung in der Leere; Ying und Yang.

Freitag, 24. Februar 2012

- XXXIX - Weit entfernt...

Wie oft sitze ich an dem alten Tisch, betrachte die Fugen, die Risse, während meine Hand die Feder starr in der Hand hält, über dem Tintenfass schwebt und nicht weiter weiß.

Ich stand auf einem Hügel, starrte auf ein Labyrinth herab, das sich vor mir ausbreitete und bis an den Horizont zu gehen schien. Irgendwo erblickte ich den Anfang, den Startpunkt, das Tor in ein großes Abenteuer, in ein gewaltiges Rätsel. Und doch zweifelte ich, wagte es nicht mich zu bewegen, weil ich das Ziel, das Ende, den Ausgang am Horizont nicht ausmachen konnte.

Viele Jahre ist es her, hatte mich im Laufe der Zeit mehrmals im Irrgarten verloren, der nicht nur das Leben präsentierte. Jeder falsche Abzweig ließ mich Vergessen; wichtige Dinge, kleine Geschenke, schöne sowie traurige Momente. 
Nun stehe ich erneut hier, bin am Ausgangspunkt von all dem und sehe aus einem anderen Blickwinkel über dieses Labyrinth, erblicke die Sonne am Horizont. Vieles habe ich in den Jahren der Ruhelosigkeit im Irrgarten gelernt, Verständnis und Ruhe, Erkenntnis.

Erneut betrete ich die dunklen Gängen mit den eintönigen Wänden und dem gleichen Boden, der einen verleitet sich zu verlaufen. Doch diesesmal habe ich Blätter dabei, eine Feder, Tinte. Denn wenn ich irgendwann den Ausgang finde, mag es noch so viele Jahre dauern, habe ich eine Erinnerung, eine Sammlung von Gedanken und Ideen, die ich brauchte um nicht erneut zu Vergessen.

Dienstag, 21. Februar 2012

- XXXVIII - Wer sagt mir was richtig ist, und wer sagt mir, was mich glücklich macht?

Wer sagt mir wie ich Lebe, zu Leben habe? Sind diese Fragen nicht prinzipiell die Gleichen?

Es gibt kein Richtig, kein Falsch. Ich, Du; Wir alle machen unsere Erfahrungen, bilden uns eine Meinung und handeln nach dieser. Wir verändern uns nach dem, wie wir uns entscheiden; nach dem Weg den wir einschlagen. Niemand kann uns sagen, welchen Weg wir gehen müssen, was wir für Richtig erachten, was wir brauchen um Glücklich zu sein.
Niemand kann dir sagen wie du Glücklich wirst, weil dieses Gefühl von dir alleine bestimmt wird, es auftritt, wenn deine Träume in Erfüllung gehen, deine Wünsche erhört werden.
Wie alles andere hängt es nur von dir ab, was für Erwartungen du hast, was für dich Wichtig ist. Denn dies bestimmt alles. Die Entscheidungen zu Richtig und Falsch, so wie das Glücklich sein.

Freitag, 17. Februar 2012

- XXXVII - Das Gefühl zu fliegen...

Ich fliege, das wollte ich schon immer. Wie es seit Äonen der Traum der Menschen war, so war es auch meiner. Ohne Flügel hinauf zu steigen, ohne eine Grenze zu kennen; wieder auf den Boden kommen wann immer ich es will. Und auch wenn ich Angst habe, ein bedrückendes Gefühl empfinde wenn ich hinab schaue, so kann ich nicht anders als die Genugtuung über all die anderen, schädlichen, Gedanken zu stellen.

Viel zu kurz ist der Höhenflug, viel zu selten das Gefühl den Himmel zu berühren. Egal wie oft ich hinauf steige, egal wie oft ich Anlauf nehme und abspringe. Nie berühre ich die Sonne, falle nur wieder auf die Erde und bleibe von den Geistern des Versagens geplagt liegen. Ich bin nicht Ikarus, und doch erlebe ich seinen Sturz, Tag für Tag.

Ich bin Ich, stehe wieder auf und versuche es erneut, mache solange weiter bis ich aufhöre zu Atmen. Worte werden verdrängt; lästernde Worte, lächerliche Sätze. Einen Narr nennen sie mich, einem Wunsch, einem Traum hinterher jagend, der nicht in Erfüllung gehen kann.

Wie Ikarus will ich fallen, mit Befriedigung, mit dem Wissen einen Traum erreicht zu haben.

Montag, 13. Februar 2012

- XXXVI - Worte zur später Stund

"Wie knüpft man an an ein früheres Leben? Wie macht man weiter, wenn man tief im Herzen zu verstehen beginnt, dass man nicht mehr zurück kann? Manche Dinge kann auch die Zeit nicht heilen, manchen Schmerz, der zu tief sitzt und einen fest umklammert."

Jeder Schritt ist wie ein Gang durch ein Tor das sich hinter einem schließt, das den Rückweg versperrt und Hoffnungslosigkeit spendet. So dass ich mich verloren fühle, wie ein Verirrter. Ich will weinen, schreien und wie ein Kleinkind gegen die Mauern schlagen, nur um irgendwann vielleicht erhört zu werden. Doch im Innersten weiß ich, dass dies nie passieren wird. Weil ich loslassen muss, hat es mein Herz doch schon längst begriffen.
Im Labyrinth des Lebens ließ ich viele Tore hinter mir, stand vor einem mal länger, mal kürzer, nur um nichts zu vergessen. Manche Dinge will ich nie wieder sehen, nie wieder spüren, weil sie mich zerreißen und in den Abgrund des Wahnsinns treiben, meine Seele zerfleischen und kleine Puzzelstücke übrig lassen, die nicht mehr zusammen gefügt werden können.

"Ich will nicht sagen, weinet nicht. Denn nicht alle Tränen sind von Übel."

Mit einem stechendem Schmerz im Magen sehe ich Dir in dein Gesicht, schaue den Tränen beim Wandern zu, während ich vor Scham kein Wort heraus bekomme. Nie war es mir so klar gewesen wie in diesem Moment, niemals war es mir so schwer gefallen etwas zu sagen, deine Ängste zu lindern, die ich gepflanzt hatte, an deren Ausbruch ich schuld war. Gerne will ich sagen, dass ich immernoch da bin, für dich, für all die Anderen. Ich will dir sagen, dass du nicht zu weinen brauchst, dass ich immer bei dir bleiben werde, egal was auch passiert.
Und auch wenn ich Dich darum bitte, dir sage, dass die Tränen auch mir Angst einflößen, so bin ich dankbar für diese. Weil sie mir zeigen, dass ich vermisst werde, geliebt werde. Weil sie mir zeigen, dass ich etwas hinterlassen habe, das irgendwann blühen wird. Weil irgendwann die Tränen trocknen werden und dafür sorgen, dass ich immer in Erinnerung bleibe.

(Zitate: Der Herr der Ringe - J.R.R. Tolkien (Roman), Fran Walsh (Drehbuch))

Montag, 6. Februar 2012

- XXXV - Die Elemente in deinem Leben

Der Wind pfeift um mich herum, streichelt meine Haut und schenkt meinem müdem Gemüt ein frisches Gefühl. Mal hierhin, mal dahin; meine Haare lassen sich treiben, verdecken mal die Augen, mal nicht, je nachdem wie es der Wind wünscht. Die kalte Luft lässt meine Züge gefrieren, lässt das traurige und angeschlagene Bild erstarren, das so oft versteckt wird, verdeckt werden muss.

Das Wasser bewegt sich um mich herum, leichte Wellen schlagen mich, wollen mich immer wieder zurück drängen. Zurück an den Strand, zurück zum festen Boden. Es ist so leicht, beides. Sich drängen lassen oder stehen zu bleiben, als Widerstand. Das kalte Wasser lässt meine Glieder gefrieren, lässt die nutzlosen Werkzeuge rosten, die oft benutzt werden und doch nicht Gut genug sind.

Die Sonne blendet mich, wärmt meine kalten Züge und taut das Eis auf, das sich gebildet hat. Es trocknet das Wasser das meine Haut benässt. Es versteckt die vielen Zeichen, übermalt sie während sie mich erhitzt und färbt, das eigentliche Bild verändert. Die kalte Sonne lässt nichts wie es ist, verändert alles und jeden trotz ihrer Wärme. Denn irgendwann geht die Sonne wieder unter und der Kreislauf beginnt von vorne.

Dienstag, 31. Januar 2012

- XXXIV - Enttäuschung

Wie ein Narr sitze ich vor dem leeren Blatt, starre auf das Feld das ausgefüllt werden muss. Tagelang warte ich, Wochen und Monate, hoffe und vergesse nicht. Weil ich es nicht kann, weil ich es verlernt habe. Viele schöne Sätze fallen mir ein, viele Phrasen erinnern mich an deine Antworten, an deine Worte, die mich glauben ließen, die mir das Gefühl gaben endlich wieder zu wachsen, aufzublühen wie ein Kirschbaum im Frühling.

Und nun sieh mich an; ich verfalle, verkomme in meiner eigenen Sehnsucht, fließe davon, weil das Warten mich zerstört und auseinander reißt. Ich falle wieder zurück in das Loch aus dem du mich geholt hattest, verliere mich wieder im Leben, in der Dunkelheit und finde nicht mehr auf den Weg zurück.

Wie soll ich weiter machen? Wie kann ich weiter schreiben, wenn du mich alleine lässt? Wie kann ich meine Worte finden, wenn auch du mich enttäuscht und frustriert sitzen lässt? Wie kann ich an meine Worte glauben, wenn auch du gehst?

Gerne würde ich Danke sagen. Dafür, dass du da warst, du einen Abschnitt meines Seins bereichert hast. Danke für die Worte die du mir schenktest, mit denen du mich jederzeit aufgebaut hast, weil du an mich glaubtest. An meine Magie. Doch ich kann es nicht...


Gerne würde ich noch einmal deine Worte lesen, sie hören und somit wissen, dass du noch da bist. Doch ich Frage mich ob du überhaupt meine Worte noch liest, von denen einige an dich gerichtet sind oder ob du es bereits verlernt hast. Ich kann nichts verlangen, das weiß ich... Und doch hoffe ich, wie immer. Warte, wie es sich für mich gehört, sitze im Regen der Niedergeschlagenheit und kann nicht anders als zu zweifeln. An mir und meinen Worten.

Donnerstag, 26. Januar 2012

- XXXIII - "Mein Leben"

" ...Ich habe nie behauptet ich sei ein Versager. Höchstens vor mir selbst vielleicht. Wie kann jemand versagt haben, solange er sich noch bemüht, noch weiterkämpft? Vielleicht werde ich nicht erreichen, was ich will. Vielleicht ende ich als Posaunenbläser. Aber was ich auch tue, was ich auch anfange, ich werde es tun, weil ich daran glaube. Ich werde nicht mit dem Strom schwimmen, lieber will ich kämpfend untergehen . . . Als Versager, wie du sagst. Es ist mir unmöglich, mich nach anderen zu richten, ja zu sagen, wenn ich nein meine..."

Henry Miller, aus "Mein Leben"


Wie Neo in Matrix stehe ich vor einem Abgrund, sehe herab und schlucke meine Angst herunter, meine Zweifeln davon. Es geht nicht darum was Ich denke, was Ich von mir halte, sondern darum, wie die Anderen mich sehen, wie sie mich in Erinnerung behalten werden. 

Inzwischen kommt es nicht mehr auf Versagen oder Gewinnen an, ob ich falle oder in den Himmel fliege. Grundsätzlich geht es nurnoch um Anerkennung, weniger von mir selber als von Anderen. Und doch ist es Wichtig, regelrecht Notwendig, dass Ich genau weiß was ich tue, damit ich mir ganz sicher bin, dass ich nicht Versagt habe. Zumindest nicht in meinen Augen. Denn wenn sogar ich schon den Glauben an mich verloren habe, wie sollen ihn dann die Anderen behalten?

Sonntag, 22. Januar 2012

- XXXII - Die Niederlage

Wie eine Katze liege ich auf der Lauer, warte gespannt auf den einen Moment, der nur einen kleinen Punkt im gesamten Spiel ausmacht und dennoch meine Konzentration komplett fordert. Es ist eine Leere die meinen Kopf ausfüllt, jeden Gedanken auslöscht und nur noch die antrainierten Bewegungsabfolgen erlaubt, die motorische Bewegung einer Maschine möglich macht, jegliche Flexibiliät auf einen Minimalwert herab schraubt. Und auch wenn ich es der mangelnden Umstellungsfähigkeit zuschieben könnte einen Spielzug in den Sand gesetzt zu haben, der mir und meinem Team einen Punkt einbringen hätte können, so habe ich erneut gespürt, dass ich fliegen kann, dass ich hoch hinaus komme und den Ball am höchsten Punkt treffe, damit er gezielt an der Gegnerischen Abwehr vorbei fliegt und in der gegenüberliegenden Spielfeldhälfte aufkommt.

Ich kämpfe. Nein. Wir kämpfen; wir springen und fallen, wir jagen und jubeln, wie es ein jedes Team tut, wenn eine Situation für sie entschieden werden konnte. Doch schlussendlich Verlieren wir, Versagen da, wo wir hätten gewinnen können. Doch diese Erniedrigung ist nicht einfach, das Verständnis über diese Niederlage zu gering. Denn wir wissen, dass wir gut waren, wie wissen, dass wir noch nie so gekämpft haben. Vielleicht ist es deswegen so schwer...

Ich höre Worte, höre Reden nach dem Spiel, Analysen von Sportlern - Einer besser als der Andere. Und doch sind sie alle gleich: Frustriert, am Boden zerstört. So wird es irgendwann still, bis einer wieder anfängt, die Niederlage auf eine Person schiebt. Es entstehen Diskussionen aus denen ich mich heraus halte, weil ich mich irgendwie anders fühle. Ich verstehe sie nicht, kann nicht nachempfinden, warum sie sich so aufregen.


"Eine Niederlage ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, schlussendlich zeigt sie uns unsere kleinen Fehler, mögen sie im Sportlichem, der Motivation oder einfach nur am Verhalten liegen. Wir verlieren so vieles, warum sich daran aufhalten? Meiner Meinung nach ist das Versagen nichts Schädliches, weil wir daran wachsen, dadurch stärker werden können. Wenn wir immer wieder aus dem kleinen Funken der uns fehlt ein riesigen Loch machen, eine überwindbare Mauer, wie sollen wir dann besser werden? Wie sollen wir weiter vorran gehen um mit Mut im nächsten Kampf zu bestehen, wenn wir uns schon vorher selber zerstören?"

Immer wieder will ich es Sagen, in einem Spiel, nach einer Niederlage und ab und an sogar vor einem Spiel. So gerne möchte ich meine Psychologie verbreiten, ihnen einen kleinen Teil meiner Gedanken anvertrauen, die mich immer wieder dazu bringen ruhig zu bleiben, während andere im Stress versinken. Doch lautlos verhallen meine Worte, bleiben unerhört, weil ich es nicht schaffe, sie so lange fest zu halten bis sie meinen Mund erreichen.

Montag, 16. Januar 2012

- XXXI - Täuschung

Können diese Augen lügen? Unbewusst sehe ich in den Spiegel und versuche die emotionslose Maske zu durchbrechen, ihre Nützlichkeit zu überlisten. Ein bedrückendes Grau zieht mich in den Bann, fesselt mich, nimmt mir jeden Gedanken und entzieht mir jegliche Lust dieser nichtsbringenden Tätigkeit weiter zu fröhnen.

Komm und wasche dich von deinen Sorgen frei. Kaltes Wasser spritzt in mein Gesicht, wandert die Wangen herab und ich würde es, wenn ich es nicht besser wüsste, als Tränen bezeichnen. Immer wieder greife ich zur seife, wasche diese mal mit warmen, mal mit kaltem Wasser ab. Doch mit Bedauern muss ich feststellen, dass sich nichts ändert; Alles bleibt gleich.


Bitte hör auf! Leise sind die Worte, die in mein Ohr dringen, ängstlich, flehend. Natürlich verstehe ich nichts, kann nicht den Worten folgen, weil sie für mich keinen Sinn ergeben...

Sonntag, 8. Januar 2012

- XXX - the way of life

Life is so hard! Seit Stunden höre ich diesen Satz mit schmerzenden Ohren, mit immer größer werdender Wut gegenüber des Sprechers. This is life möchte ich brüllen, dem Redner am liebsten ins Gesicht werfen und seine Monotone Ansprache beenden, doch ich kann es einfach nicht. Vielleicht weil ich die Worte nachempfinde, sie komplett verstehen kann, mich aber noch nicht im Selbstmitleid ertränke.

The party must go on! Irritiert schaue ich in das Gesicht des Mannes vor mir, der mich mit einer grotesken Arroganz dazu auffordert weiter zu machen, mich zwingt das Publikum abzulenken und zu belustigen, während mein Bruder nach einem Sturz vom Hochseil auf einer Bahre aus dem Zelt getragen wird. Niemand sieht, dass ich mit den Tränen kämpfe während das geschminkte Lachen mein Gesicht ziert. Niemand beachtet mein Stottern, das nicht zu dem Witz sondern zu dem Schock gehört.


This is life. So monoton, so Anteilnahmslos ist dieser Satz. So ist das Leben. Es verzehrt mich vor Wut diese Worte zu hören, weil es einer Ignoranz allen Lebens gleich kommt. Und auch wenn der Satz stimmt, wenn die Worte aufgrund der Passivität gewält wurden, so will niemand es hören. Es kommt einer Belehrung gleich, einer Zurechtweisung die zu diesem Moment nicht erwünscht ist. Es ist eine Beleidigung für den Trauernden, für den Weinenden; es ist eine Respektlosigkeit den Betroffenen gegenüber.

Sonntag, 1. Januar 2012

- XXIX - Bin ich ein guter Mensch? Ein guter Freund?

Das neue Jahr ist angebrochen, vielleicht das Letzte in der Geschichte der Menschheit, vielleicht ein weiteres, dem noch viele andere folgen werden. Und wie am Anfang eines jeden Jahres habe ich Vorsätze, Gedanken, Ideen, Wünsche. Ich träume vor mich her, stelle mir verschiedene Wendungen vor, die mein Leben beeinflussen, verändern und bereichern. Ich sehe Gesichter, undeutlich und fremdartig; ich sehe Orte, nie besucht und doch so deutlich vor mir, dass meine Sehnsucht regelmäßig mich aus der Bahn zu werfen droht.
Ich denke viel, gerade über das was ich sagen soll, was ich schreiben kann, ohne mich selber zu Verraten, ohne mir zu Widersprechen und doch gleichzeitig nichts von Mir zu zeigen, um Ich selbst zu bleiben, einzigartig in meiner Art, ungebrochen in meinem Bestreben. Und doch bemerke ich immer wieder eine Phase der Stille, eine ignorante Desinteresse, die mich überfällt und das Denken unmöglich macht. Eine Stille, die zu dem Moment nicht Vorhanden sein sollte, die genau dann nicht angebracht ist, weil meine Worte wichtig sind, sie etwas verändern könnten, oder retten, je nachdem wie es die Situation verlangt.


Bin ich ein guter Mensch? Bin ich ein guter Freund?

Was ist ein Freund? Ein Guter? Was macht einen Menschen zu einem Guten? Es sind Fragen, die sich viele Menschen stellen, besonders Psychologen und Denker, wenn sie in eine Situation geraten die diese Fragen wichtig werden lässt. Immer wieder Frage ich mich, was mich auszeichnet, was mich an die Stelle eines guten Freundes wandern lässt, trotz all meiner Fehler. Und trotz des Denkens komm ich auf keine Lösung, finde noch keine Antwort, weil so vieles Betrachtet werden muss. Und selbst wenn ich irgendwann zum Ende komme, möchte ich die Antwort wissen?