Dienstag, 31. Januar 2012

- XXXIV - Enttäuschung

Wie ein Narr sitze ich vor dem leeren Blatt, starre auf das Feld das ausgefüllt werden muss. Tagelang warte ich, Wochen und Monate, hoffe und vergesse nicht. Weil ich es nicht kann, weil ich es verlernt habe. Viele schöne Sätze fallen mir ein, viele Phrasen erinnern mich an deine Antworten, an deine Worte, die mich glauben ließen, die mir das Gefühl gaben endlich wieder zu wachsen, aufzublühen wie ein Kirschbaum im Frühling.

Und nun sieh mich an; ich verfalle, verkomme in meiner eigenen Sehnsucht, fließe davon, weil das Warten mich zerstört und auseinander reißt. Ich falle wieder zurück in das Loch aus dem du mich geholt hattest, verliere mich wieder im Leben, in der Dunkelheit und finde nicht mehr auf den Weg zurück.

Wie soll ich weiter machen? Wie kann ich weiter schreiben, wenn du mich alleine lässt? Wie kann ich meine Worte finden, wenn auch du mich enttäuscht und frustriert sitzen lässt? Wie kann ich an meine Worte glauben, wenn auch du gehst?

Gerne würde ich Danke sagen. Dafür, dass du da warst, du einen Abschnitt meines Seins bereichert hast. Danke für die Worte die du mir schenktest, mit denen du mich jederzeit aufgebaut hast, weil du an mich glaubtest. An meine Magie. Doch ich kann es nicht...


Gerne würde ich noch einmal deine Worte lesen, sie hören und somit wissen, dass du noch da bist. Doch ich Frage mich ob du überhaupt meine Worte noch liest, von denen einige an dich gerichtet sind oder ob du es bereits verlernt hast. Ich kann nichts verlangen, das weiß ich... Und doch hoffe ich, wie immer. Warte, wie es sich für mich gehört, sitze im Regen der Niedergeschlagenheit und kann nicht anders als zu zweifeln. An mir und meinen Worten.

Donnerstag, 26. Januar 2012

- XXXIII - "Mein Leben"

" ...Ich habe nie behauptet ich sei ein Versager. Höchstens vor mir selbst vielleicht. Wie kann jemand versagt haben, solange er sich noch bemüht, noch weiterkämpft? Vielleicht werde ich nicht erreichen, was ich will. Vielleicht ende ich als Posaunenbläser. Aber was ich auch tue, was ich auch anfange, ich werde es tun, weil ich daran glaube. Ich werde nicht mit dem Strom schwimmen, lieber will ich kämpfend untergehen . . . Als Versager, wie du sagst. Es ist mir unmöglich, mich nach anderen zu richten, ja zu sagen, wenn ich nein meine..."

Henry Miller, aus "Mein Leben"


Wie Neo in Matrix stehe ich vor einem Abgrund, sehe herab und schlucke meine Angst herunter, meine Zweifeln davon. Es geht nicht darum was Ich denke, was Ich von mir halte, sondern darum, wie die Anderen mich sehen, wie sie mich in Erinnerung behalten werden. 

Inzwischen kommt es nicht mehr auf Versagen oder Gewinnen an, ob ich falle oder in den Himmel fliege. Grundsätzlich geht es nurnoch um Anerkennung, weniger von mir selber als von Anderen. Und doch ist es Wichtig, regelrecht Notwendig, dass Ich genau weiß was ich tue, damit ich mir ganz sicher bin, dass ich nicht Versagt habe. Zumindest nicht in meinen Augen. Denn wenn sogar ich schon den Glauben an mich verloren habe, wie sollen ihn dann die Anderen behalten?

Sonntag, 22. Januar 2012

- XXXII - Die Niederlage

Wie eine Katze liege ich auf der Lauer, warte gespannt auf den einen Moment, der nur einen kleinen Punkt im gesamten Spiel ausmacht und dennoch meine Konzentration komplett fordert. Es ist eine Leere die meinen Kopf ausfüllt, jeden Gedanken auslöscht und nur noch die antrainierten Bewegungsabfolgen erlaubt, die motorische Bewegung einer Maschine möglich macht, jegliche Flexibiliät auf einen Minimalwert herab schraubt. Und auch wenn ich es der mangelnden Umstellungsfähigkeit zuschieben könnte einen Spielzug in den Sand gesetzt zu haben, der mir und meinem Team einen Punkt einbringen hätte können, so habe ich erneut gespürt, dass ich fliegen kann, dass ich hoch hinaus komme und den Ball am höchsten Punkt treffe, damit er gezielt an der Gegnerischen Abwehr vorbei fliegt und in der gegenüberliegenden Spielfeldhälfte aufkommt.

Ich kämpfe. Nein. Wir kämpfen; wir springen und fallen, wir jagen und jubeln, wie es ein jedes Team tut, wenn eine Situation für sie entschieden werden konnte. Doch schlussendlich Verlieren wir, Versagen da, wo wir hätten gewinnen können. Doch diese Erniedrigung ist nicht einfach, das Verständnis über diese Niederlage zu gering. Denn wir wissen, dass wir gut waren, wie wissen, dass wir noch nie so gekämpft haben. Vielleicht ist es deswegen so schwer...

Ich höre Worte, höre Reden nach dem Spiel, Analysen von Sportlern - Einer besser als der Andere. Und doch sind sie alle gleich: Frustriert, am Boden zerstört. So wird es irgendwann still, bis einer wieder anfängt, die Niederlage auf eine Person schiebt. Es entstehen Diskussionen aus denen ich mich heraus halte, weil ich mich irgendwie anders fühle. Ich verstehe sie nicht, kann nicht nachempfinden, warum sie sich so aufregen.


"Eine Niederlage ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, schlussendlich zeigt sie uns unsere kleinen Fehler, mögen sie im Sportlichem, der Motivation oder einfach nur am Verhalten liegen. Wir verlieren so vieles, warum sich daran aufhalten? Meiner Meinung nach ist das Versagen nichts Schädliches, weil wir daran wachsen, dadurch stärker werden können. Wenn wir immer wieder aus dem kleinen Funken der uns fehlt ein riesigen Loch machen, eine überwindbare Mauer, wie sollen wir dann besser werden? Wie sollen wir weiter vorran gehen um mit Mut im nächsten Kampf zu bestehen, wenn wir uns schon vorher selber zerstören?"

Immer wieder will ich es Sagen, in einem Spiel, nach einer Niederlage und ab und an sogar vor einem Spiel. So gerne möchte ich meine Psychologie verbreiten, ihnen einen kleinen Teil meiner Gedanken anvertrauen, die mich immer wieder dazu bringen ruhig zu bleiben, während andere im Stress versinken. Doch lautlos verhallen meine Worte, bleiben unerhört, weil ich es nicht schaffe, sie so lange fest zu halten bis sie meinen Mund erreichen.

Montag, 16. Januar 2012

- XXXI - Täuschung

Können diese Augen lügen? Unbewusst sehe ich in den Spiegel und versuche die emotionslose Maske zu durchbrechen, ihre Nützlichkeit zu überlisten. Ein bedrückendes Grau zieht mich in den Bann, fesselt mich, nimmt mir jeden Gedanken und entzieht mir jegliche Lust dieser nichtsbringenden Tätigkeit weiter zu fröhnen.

Komm und wasche dich von deinen Sorgen frei. Kaltes Wasser spritzt in mein Gesicht, wandert die Wangen herab und ich würde es, wenn ich es nicht besser wüsste, als Tränen bezeichnen. Immer wieder greife ich zur seife, wasche diese mal mit warmen, mal mit kaltem Wasser ab. Doch mit Bedauern muss ich feststellen, dass sich nichts ändert; Alles bleibt gleich.


Bitte hör auf! Leise sind die Worte, die in mein Ohr dringen, ängstlich, flehend. Natürlich verstehe ich nichts, kann nicht den Worten folgen, weil sie für mich keinen Sinn ergeben...

Sonntag, 8. Januar 2012

- XXX - the way of life

Life is so hard! Seit Stunden höre ich diesen Satz mit schmerzenden Ohren, mit immer größer werdender Wut gegenüber des Sprechers. This is life möchte ich brüllen, dem Redner am liebsten ins Gesicht werfen und seine Monotone Ansprache beenden, doch ich kann es einfach nicht. Vielleicht weil ich die Worte nachempfinde, sie komplett verstehen kann, mich aber noch nicht im Selbstmitleid ertränke.

The party must go on! Irritiert schaue ich in das Gesicht des Mannes vor mir, der mich mit einer grotesken Arroganz dazu auffordert weiter zu machen, mich zwingt das Publikum abzulenken und zu belustigen, während mein Bruder nach einem Sturz vom Hochseil auf einer Bahre aus dem Zelt getragen wird. Niemand sieht, dass ich mit den Tränen kämpfe während das geschminkte Lachen mein Gesicht ziert. Niemand beachtet mein Stottern, das nicht zu dem Witz sondern zu dem Schock gehört.


This is life. So monoton, so Anteilnahmslos ist dieser Satz. So ist das Leben. Es verzehrt mich vor Wut diese Worte zu hören, weil es einer Ignoranz allen Lebens gleich kommt. Und auch wenn der Satz stimmt, wenn die Worte aufgrund der Passivität gewält wurden, so will niemand es hören. Es kommt einer Belehrung gleich, einer Zurechtweisung die zu diesem Moment nicht erwünscht ist. Es ist eine Beleidigung für den Trauernden, für den Weinenden; es ist eine Respektlosigkeit den Betroffenen gegenüber.

Sonntag, 1. Januar 2012

- XXIX - Bin ich ein guter Mensch? Ein guter Freund?

Das neue Jahr ist angebrochen, vielleicht das Letzte in der Geschichte der Menschheit, vielleicht ein weiteres, dem noch viele andere folgen werden. Und wie am Anfang eines jeden Jahres habe ich Vorsätze, Gedanken, Ideen, Wünsche. Ich träume vor mich her, stelle mir verschiedene Wendungen vor, die mein Leben beeinflussen, verändern und bereichern. Ich sehe Gesichter, undeutlich und fremdartig; ich sehe Orte, nie besucht und doch so deutlich vor mir, dass meine Sehnsucht regelmäßig mich aus der Bahn zu werfen droht.
Ich denke viel, gerade über das was ich sagen soll, was ich schreiben kann, ohne mich selber zu Verraten, ohne mir zu Widersprechen und doch gleichzeitig nichts von Mir zu zeigen, um Ich selbst zu bleiben, einzigartig in meiner Art, ungebrochen in meinem Bestreben. Und doch bemerke ich immer wieder eine Phase der Stille, eine ignorante Desinteresse, die mich überfällt und das Denken unmöglich macht. Eine Stille, die zu dem Moment nicht Vorhanden sein sollte, die genau dann nicht angebracht ist, weil meine Worte wichtig sind, sie etwas verändern könnten, oder retten, je nachdem wie es die Situation verlangt.


Bin ich ein guter Mensch? Bin ich ein guter Freund?

Was ist ein Freund? Ein Guter? Was macht einen Menschen zu einem Guten? Es sind Fragen, die sich viele Menschen stellen, besonders Psychologen und Denker, wenn sie in eine Situation geraten die diese Fragen wichtig werden lässt. Immer wieder Frage ich mich, was mich auszeichnet, was mich an die Stelle eines guten Freundes wandern lässt, trotz all meiner Fehler. Und trotz des Denkens komm ich auf keine Lösung, finde noch keine Antwort, weil so vieles Betrachtet werden muss. Und selbst wenn ich irgendwann zum Ende komme, möchte ich die Antwort wissen?