Freitag, 24. Februar 2012

- XXXIX - Weit entfernt...

Wie oft sitze ich an dem alten Tisch, betrachte die Fugen, die Risse, während meine Hand die Feder starr in der Hand hält, über dem Tintenfass schwebt und nicht weiter weiß.

Ich stand auf einem Hügel, starrte auf ein Labyrinth herab, das sich vor mir ausbreitete und bis an den Horizont zu gehen schien. Irgendwo erblickte ich den Anfang, den Startpunkt, das Tor in ein großes Abenteuer, in ein gewaltiges Rätsel. Und doch zweifelte ich, wagte es nicht mich zu bewegen, weil ich das Ziel, das Ende, den Ausgang am Horizont nicht ausmachen konnte.

Viele Jahre ist es her, hatte mich im Laufe der Zeit mehrmals im Irrgarten verloren, der nicht nur das Leben präsentierte. Jeder falsche Abzweig ließ mich Vergessen; wichtige Dinge, kleine Geschenke, schöne sowie traurige Momente. 
Nun stehe ich erneut hier, bin am Ausgangspunkt von all dem und sehe aus einem anderen Blickwinkel über dieses Labyrinth, erblicke die Sonne am Horizont. Vieles habe ich in den Jahren der Ruhelosigkeit im Irrgarten gelernt, Verständnis und Ruhe, Erkenntnis.

Erneut betrete ich die dunklen Gängen mit den eintönigen Wänden und dem gleichen Boden, der einen verleitet sich zu verlaufen. Doch diesesmal habe ich Blätter dabei, eine Feder, Tinte. Denn wenn ich irgendwann den Ausgang finde, mag es noch so viele Jahre dauern, habe ich eine Erinnerung, eine Sammlung von Gedanken und Ideen, die ich brauchte um nicht erneut zu Vergessen.

Dienstag, 21. Februar 2012

- XXXVIII - Wer sagt mir was richtig ist, und wer sagt mir, was mich glücklich macht?

Wer sagt mir wie ich Lebe, zu Leben habe? Sind diese Fragen nicht prinzipiell die Gleichen?

Es gibt kein Richtig, kein Falsch. Ich, Du; Wir alle machen unsere Erfahrungen, bilden uns eine Meinung und handeln nach dieser. Wir verändern uns nach dem, wie wir uns entscheiden; nach dem Weg den wir einschlagen. Niemand kann uns sagen, welchen Weg wir gehen müssen, was wir für Richtig erachten, was wir brauchen um Glücklich zu sein.
Niemand kann dir sagen wie du Glücklich wirst, weil dieses Gefühl von dir alleine bestimmt wird, es auftritt, wenn deine Träume in Erfüllung gehen, deine Wünsche erhört werden.
Wie alles andere hängt es nur von dir ab, was für Erwartungen du hast, was für dich Wichtig ist. Denn dies bestimmt alles. Die Entscheidungen zu Richtig und Falsch, so wie das Glücklich sein.

Freitag, 17. Februar 2012

- XXXVII - Das Gefühl zu fliegen...

Ich fliege, das wollte ich schon immer. Wie es seit Äonen der Traum der Menschen war, so war es auch meiner. Ohne Flügel hinauf zu steigen, ohne eine Grenze zu kennen; wieder auf den Boden kommen wann immer ich es will. Und auch wenn ich Angst habe, ein bedrückendes Gefühl empfinde wenn ich hinab schaue, so kann ich nicht anders als die Genugtuung über all die anderen, schädlichen, Gedanken zu stellen.

Viel zu kurz ist der Höhenflug, viel zu selten das Gefühl den Himmel zu berühren. Egal wie oft ich hinauf steige, egal wie oft ich Anlauf nehme und abspringe. Nie berühre ich die Sonne, falle nur wieder auf die Erde und bleibe von den Geistern des Versagens geplagt liegen. Ich bin nicht Ikarus, und doch erlebe ich seinen Sturz, Tag für Tag.

Ich bin Ich, stehe wieder auf und versuche es erneut, mache solange weiter bis ich aufhöre zu Atmen. Worte werden verdrängt; lästernde Worte, lächerliche Sätze. Einen Narr nennen sie mich, einem Wunsch, einem Traum hinterher jagend, der nicht in Erfüllung gehen kann.

Wie Ikarus will ich fallen, mit Befriedigung, mit dem Wissen einen Traum erreicht zu haben.

Montag, 13. Februar 2012

- XXXVI - Worte zur später Stund

"Wie knüpft man an an ein früheres Leben? Wie macht man weiter, wenn man tief im Herzen zu verstehen beginnt, dass man nicht mehr zurück kann? Manche Dinge kann auch die Zeit nicht heilen, manchen Schmerz, der zu tief sitzt und einen fest umklammert."

Jeder Schritt ist wie ein Gang durch ein Tor das sich hinter einem schließt, das den Rückweg versperrt und Hoffnungslosigkeit spendet. So dass ich mich verloren fühle, wie ein Verirrter. Ich will weinen, schreien und wie ein Kleinkind gegen die Mauern schlagen, nur um irgendwann vielleicht erhört zu werden. Doch im Innersten weiß ich, dass dies nie passieren wird. Weil ich loslassen muss, hat es mein Herz doch schon längst begriffen.
Im Labyrinth des Lebens ließ ich viele Tore hinter mir, stand vor einem mal länger, mal kürzer, nur um nichts zu vergessen. Manche Dinge will ich nie wieder sehen, nie wieder spüren, weil sie mich zerreißen und in den Abgrund des Wahnsinns treiben, meine Seele zerfleischen und kleine Puzzelstücke übrig lassen, die nicht mehr zusammen gefügt werden können.

"Ich will nicht sagen, weinet nicht. Denn nicht alle Tränen sind von Übel."

Mit einem stechendem Schmerz im Magen sehe ich Dir in dein Gesicht, schaue den Tränen beim Wandern zu, während ich vor Scham kein Wort heraus bekomme. Nie war es mir so klar gewesen wie in diesem Moment, niemals war es mir so schwer gefallen etwas zu sagen, deine Ängste zu lindern, die ich gepflanzt hatte, an deren Ausbruch ich schuld war. Gerne will ich sagen, dass ich immernoch da bin, für dich, für all die Anderen. Ich will dir sagen, dass du nicht zu weinen brauchst, dass ich immer bei dir bleiben werde, egal was auch passiert.
Und auch wenn ich Dich darum bitte, dir sage, dass die Tränen auch mir Angst einflößen, so bin ich dankbar für diese. Weil sie mir zeigen, dass ich vermisst werde, geliebt werde. Weil sie mir zeigen, dass ich etwas hinterlassen habe, das irgendwann blühen wird. Weil irgendwann die Tränen trocknen werden und dafür sorgen, dass ich immer in Erinnerung bleibe.

(Zitate: Der Herr der Ringe - J.R.R. Tolkien (Roman), Fran Walsh (Drehbuch))

Montag, 6. Februar 2012

- XXXV - Die Elemente in deinem Leben

Der Wind pfeift um mich herum, streichelt meine Haut und schenkt meinem müdem Gemüt ein frisches Gefühl. Mal hierhin, mal dahin; meine Haare lassen sich treiben, verdecken mal die Augen, mal nicht, je nachdem wie es der Wind wünscht. Die kalte Luft lässt meine Züge gefrieren, lässt das traurige und angeschlagene Bild erstarren, das so oft versteckt wird, verdeckt werden muss.

Das Wasser bewegt sich um mich herum, leichte Wellen schlagen mich, wollen mich immer wieder zurück drängen. Zurück an den Strand, zurück zum festen Boden. Es ist so leicht, beides. Sich drängen lassen oder stehen zu bleiben, als Widerstand. Das kalte Wasser lässt meine Glieder gefrieren, lässt die nutzlosen Werkzeuge rosten, die oft benutzt werden und doch nicht Gut genug sind.

Die Sonne blendet mich, wärmt meine kalten Züge und taut das Eis auf, das sich gebildet hat. Es trocknet das Wasser das meine Haut benässt. Es versteckt die vielen Zeichen, übermalt sie während sie mich erhitzt und färbt, das eigentliche Bild verändert. Die kalte Sonne lässt nichts wie es ist, verändert alles und jeden trotz ihrer Wärme. Denn irgendwann geht die Sonne wieder unter und der Kreislauf beginnt von vorne.