Montag, 30. April 2012

- LII - In Gedenken

Irgendwann holt mich die Realität ein, der Traum wird zerplatzen wie eine Seifenblase und die Sorgen werden wie ein Wasserfall auf mich niederprasseln, mich ertränken. Bis dies passiert kann ich nur warten, meine Schutzblase jedes mal etwas verstärken, pusten und beten, damit nichts meine heile Welt berührt, die Verderbnis von meinem Haus fern bleibt.


Ein Jahr ist es her, vielleicht ein paar Monate mehr, ein paar Monate weniger. Ich weiß es schon nicht mal mehr. Nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich es in all dem Stress vergessen habe. Und doch stelle ich mir vor, wie ich vor deinem Grab stehe, auf die Schriftzüge herunter schaue und mich wieder einmal Frage, warum du sterben musstest. Du warst der Beste, ein Lehrer wie kein Zweiter, unschlagbar im erklären des Glaubens, so dass ich selber fast anfing zu glauben. Doch dann warst du ja nicht mehr da, wurdest der Erde entrissen, die du mit so viel Faszination für uns geteilt hattest.


Ich glaube, die Verderbnis hat schon längst Einzug gehalten - in mein Haus, in meinen Kopf. Sonst würde ich mich nicht plagen und zweifeln, versuchen eine Erlösung zu finden.

Vielleicht ist es das Beste zu warten. Warten, bis der Schutz zerplatzt, bis ich von den Horden überrannt werde. Denn schlussendlich wird dies passieren...

Dienstag, 24. April 2012

- LI - Das weiße Symbol

Seit Tagen schaue ich den Tauben beim Fressen zu, werfe ihnen immer wieder Brotstücke vor die Schnäbel und lächel aufgrund der Vertraulichkeit die sie mir entgegen bringen. Es ist zu einem Rhytmus verkommen, zu einer Freundschaft von der wir Beide etwas haben.

Immer wieder bestaune ich das weiße Kleid, das wie Diamanten in der Sonne funkelt wenn die kleinen Vögel sich erheben und gen Himmel fliegen. Immer wieder verfange ich mich in der Sehnsucht, wenn ich ihnen hinterher sehe. Weil ich wie ein Baum Wurzeln habe, auf der Erde festgewachsen bin und mich nicht in die Lüfte erheben kann.

Sonntag, 22. April 2012

- L - Die weiße Zeit - Der Rückblick

Die Berge verabschieden mich, der Himmel schenkt mir die weißen Tränen und färben die Welt wieder Grau. Ein Letztes mal falle ich, genieße das Tempo und die Schmerzen, die Leichtigkeit und Eleganz. Noch einmal genieße ich den Ausblick, getrübt durch den Nebel der Trauer.

Ein letztes mal betrachte ich das Kunstwerk, geschaffen vom Künstler Gaja, mit den schönen grau-braunen Tönen, die diese Berge so unecht erscheinen lassen. Mit Ehrfurcht streiche ich über das Gestein, lausche dem leichtem Wind und schließ die Augen, genieß noch einmal die Kälte.

Die Berge verabschieden mich, Gebirge einer fremden Welt. Ein anderer Künstler malte diese, in einer unerreichbarer Höhe, heller und schöner als jedes andere Bild. Ich drehe mich, und auch wenn mein Blickwinkel begrenzt ist, so erkenne ich verschiedene Gegebenheiten; das Meer, Gebirge, Geschichten - Bilder die ich mit Worten nicht einfangen kann.

Ich bin wieder gelandet, im Alltag, im Leben, fern der Träume und Wünsche. Ich spüre wie es wieder auf mich fällt, die Schwerelosigkeit verschwindet und alles wieder so ist, wie es war.
Alles? Nein, ich habe Dinge verloren, Dinge gewonnen. Und vielleicht lässt dies mich trotz der Tränen lächeln, trotzt der Trauer lachen.

Donnerstag, 19. April 2012

- XLIX - Die weiße Zeit - Verlangen

Unbekannte Gefühle durchfließen meinen Körper, lassen ihn erzittern und aufgrund eines unbekannten Verlangens nicht mehr ruhig schlafen. Immer wieder drehen sich die Gedanken um das selbe Problem, um die selbe Schwierigkeit, die selbe Schwäche. Ich kämpfe dagegen an, doch jedem Sieg folgt eine Niederlage. Frustrierend, aber wahr.

Ich kämpfe mit mir selber, stärker als jemals zuvor. Ich versuche meine eingefleischten Sitten zu beißen, zu zerreißen, um endlich aus dem Schatten treten zu können, um endlich von den Qualen erlöst zu werden.

Jetzt sitze ich im Sessel, habe ein Glas mit Alkohol in der Hand und trinke die flüssige Sünde, beneble meinen Geist und versuche somit die Gefühle und Schmerzen zu lindern. Doch es bringt nichts, es macht es nur noch schlimmer, nur noch schmerzhafter, dass sogar schon die Tränen die Wangen herunter laufen. Zum ersten mal empfinde ich eine Angst, ein demotivierendes Gefühl, den Kampf zu verlieren. Etwas, was ich ganz sicher nicht will...

Mittwoch, 18. April 2012

- XLVIII - Die weiße Zeit - Entscheidungen

Das Leben ist bespickt von verschiedenen Möglichkeiten, verschiedenen Wegen und Pfaden, die zu einer weiteren Abzweigung führen. Von Klein auf wird einem diese Entscheidungsgewalt in die Hand gedrückt; der Zwang gesetzt einen Pfad zu wählen.

Ich wählte damals zwischen einem Apfel und einer Birne, zwischen einem Horror- und Actionfilm. Entscheidungen traf ich bei der Wahl der künstlerischen und sportlichen Aktivitäten, bei der Wahl ob Auto oder Motorrad. Und selbst jetzt entscheide ich noch wohin mich mein Leben tragen soll. Weil ich ständig vor einer Entscheidung stehe, ständig die Wahl habe; das Leben nur aus diesen besteht.

Und doch will ich mich nicht immer entscheiden, will ausharren und warten, meine Chancen abmessen und zählen, die Erfolgsquote so hoch wie möglich setzen. Weil ich wie in einem Schneesturm nicht viel sehen oder nur etwas vermuten kann. Weil ich schlussendlich keine Fehler machen, nicht verlieren, will...

Dienstag, 17. April 2012

- XLVII - Die weiße Zeit - Über den Wolken...

muss die Freiheit grenzenlos sein. Unberührbar, unantastbar, wie Gedanken, wie die Vorstellungen einer besseren Welt. Und doch ist dem nicht so, Personen beeinflussen uns, unsere Gedanken, unser Handeln, unser komplettes Dasein.

Ich wandle auf einem Pfad der Veränderung der kein Ende kennt und nicht verlassen werden kann, auch wenn ich mir das so sehnlichst wünsche. Es ist die Angst vor der Veränderung, die Angst vor dem Unbekannten, das mich zögern lässt, zurück zucken, schweigen, auch wenn ich sie Willkommen heiße.

Für immer hier sein, das wünsche ich mir. Den Himmel berühren, die Unendlichkeit erfassen und einfach so weiter leben, ohne Störung, ohne Einfluss.

Montag, 16. April 2012

- XLVI - Die weiße Zeit - Ein kleiner Sonnenschein

Hinter den Bergen erhebt sich die Sonne, erwärmt die Gemüter und Gedanken, lässt die grauen Wolken verschwinden die sich angesammelt haben und spendet Freude. Wie eine lange und steile Piste herunter rasen die Ideen, Wünsche und Vorstellungen, Gedanken in einer schönen und verräterischen Form, die sich nach der Geschwindigkeit, der Vergänglichkeit sehnen.

Irgendwann stehe ich auf dem Gipfelkreuz, starre herunter in das Tal und verliere mich in der Unendlichkeit, in der Höhe und dem Gefühl der Schwerelosigkeit. „Die Gedanken sind frei...“ summe ich vor mir her, werfe sie weg und lass mich mit geschlossenen Augen fallen.

Die Sonne färbt alles, aus Grau wird Gelb, Rot, Blau. Die Farben vermischen sich, verändern ihren Glanz und schenken Mut, weil es viel fröhlicher wirkt als ein einfaches Grau. Und so verändern sich auch die Gedanken, werden freundlicher und farbiger. Ein Lichtblick zieht ein, mag es auch nur für kurze Zeit sein.

Freitag, 13. April 2012

- XLV - Die weiße Zeit - Der Anfang

Leicht ruckelt die Gondel, trägt mich durch die grau-weißen Massen der Wolken, des Nebels, der sich um die Berge gelegt hat die ich über alles liebe, die ich seit so langer Zeit vermisst habe. Und auch wenn ich nichts erkennen kann, so weiß ich um meine Freiheit, die Höhe, die Gelassenheit. Mein Herz pocht, schlägt und freut sich; es weiß, dass ich wieder daheim bin.

Wie soll ich meine Sehnsucht beschreiben? Wie soll ich meine Gedanken erfassen, die sich um diesen Ort, diese Zeit drehen und doch schon wieder weiter gehen? Gedanken, die das Ende sehen können; weil sie immer das Ende sehen.

Es ist alles Weiß, löscht die Gedanken und lässt den Kopf still werden, vergängliche Dinge verschwinden, denn es existiert nichts mehr. Das Weiß hier draußen, das dem in meinem Kopf so ähnelt. Es tut gut, denn so habe ich einen Grund nicht zu denken.

Donnerstag, 12. April 2012

- XLIV - Prolog - Die weiße Zeit - Won't go...

Here... i want to stay here. Happy and free. This time, this days will never come back again...

Unvergesslich sind die vergangenen Tage, Stunden und Minuten, die mich bereicherten und alles auf den Kopf drehten. Neue Ideen, neue Wünsche und andere Planungen. Mit einem mal bin ich mir nicht mehr sicher was ich wirklich will - war es mir noch nie. Doch was ist, wenn mit einem mal der Drang existiert das bereits geplante zu zerreißen und einfach neues zu erschaffen, angestachelt von der schönen Zeit, von den neuen Erinnerungen und Erfahrungen?

Dies ist ein Versprechen an mich:

Erinner dich, gedenk diese schöne Zeit, die Personen, den Ort, die Aussicht. Lass sie nicht verblassen und verschwinden wie so vieles davor. Und nimm alles mit, um es besser als vorher zu machen.
Zöger nicht mehr, zweifel nicht mehr. Sieh jede Entscheidung, jede Tat, wie eine Piste, eine weiße Strecke die steil und hügelig ist, ausgefahren von den ganzen Skianfängern. Fahre einfach drauf los, lebe und genieße es, denn du kannst nur fallen. Doch wenn du fällt stehst du wieder auf. Das tust du immer.

Sonntag, 1. April 2012

- XLIII - Danke für deine Worte

"Du bist einer von denen, zu dem man gehen kann. Mit Sorgen und Ängsten kann man dich bedrängen, während du ruhig bleibst und einfach nur "Na, und?" sagst. Du bist einer von denen, die Worte finden können, wo andere versagen, wo sich so viele dran versuchen. Mit deinen Worten berührst du, zeigst Dinge wie sie sind, bringst schöne Erinnerungen zurück und erfasst es auf eine verständliche Art, auf eine Weise, die deine gute Seele verkörpert."


Still war ich, als du mir diese und viele weitere Worte gabst, sie mir entgegen brachtest und mir damit einen großen Gefallen tatest.
Still war ich, als du mich lobtest wegen meiner letzten Worte, als du durch die belebte Zunge meine Arbeit ausgezeichnet und ihr Anerkennung geschenkt hattest.
Still war ich, als du mich zu Tränen rührtest und ich nurnoch zu einem leisem, unerhörtem, "Danke" fähig war.

Ich danke dir für das, was du für mich bist, was ich für dich sein darf. Ich danke dir für die Freundschaft, die trotz der Entfernung der Jahre, der Entfernung des Lebens bestehen blieb und hoffentlich auch noch lange so bleiben wird. Denn ohne diese wäre ich nun nicht hier...