Montag, 30. Dezember 2013

- CXV - Auswechselnder Wandel

Dann fehlen sie, die Worte vertrauter Stärke, die Motivationen verklingender Ströme. Und mit immer leiser werdendem Bewusstsein fällt die Stärke in überdauernden Nächten. Trotz überragender Verständlichkeit, unabhängiger Festigkeit.

Vielleicht bin ich die Lawine die mich zerdrückt, alles in ihrer Nähe bedeckt und zum kleinen Leben zwingt. Eine weiße Decke mit unaufhaltsamer Kraft. Die einschläfernde Mutter mit den kalten Fingern und dem wärmenden Herzen.


Übrig bleiben die unwichtigen Vorsätze einer Generation, die hoffnungslosen Wünsche nie alternder Kinder. Um nach erneutem Erwachen die Welt in rosig-grauem Glanz zu erhellen.

Sonntag, 29. Dezember 2013

- CXIV - Say something...

Im ständigen Stillstand gibt es kein Entkommen, keine Flucht nach vorn, kein Weg zurück. Und immer wieder wird die Sicherheit in ihren kleinsten Ecken zusammen getrieben und zur Langatmigkeit gezwungen.

Trotz ewigem greifen nach den Wundern wandert mein Blick nach hinten, verliert sich hinter all den Bergen und verirrt sich im Tiefgang des Meeres. Und im Gedenken an all die vielen Zweifel male ich das Universum neu, versetze die Sterne und vertausche die Karten des Schicksals.

Mit Welten-verdrehenden Tränen sehe ich hinauf zum Mond, beklage die Nacht, erfreue den Tag. Und im Klang des Klavier berauscht mich der ferne Gedanke, zerrt den Anker aus dem Meer und füllt die alten Segel mit starken Winden.
Weit bin ich gekommen, in fremde Länder, zu unerkannten Völkern. Während die Augen sich der Wahrheit entzogen, haben die Ohren sich für stille Worte geöffnet, Welten entstehen sehen, Grenzen fallen gehört. Doch am Ende bin ich immer noch hier, verweile und warte, harre aus und vergesse.

Freitag, 13. Dezember 2013

- CXIII - Egal wie klein ich auch bin, das Dasein bestätigt die Richtigkeit dieser Größe

Dann fehlt dir das Lächeln, das Wissen und die Akzeptanz deiner Entscheidungen. Übrig bleibt die selbst verschuldete Reue in den letzten Momenten. Die verfolgende Angst in der dunkelsten Stunde.

Zwischen den verwischenden Grenzen bildet sich der Wall entrüsteter Aufgeklärtheit, um die dazwischen funkenden Mächte mit aller Härte zu unterbinden und sie in ihre tiefen Löcher zurück zu treiben. Und dann erfolgt die berüchtigte Stille, den Sturm fordernd, provozierend. 

Am Ende hat sich die Welt verändert, nach dem großen Gewitter erklingt der Sonnenstrahl mit neu erwachter Kraft, während die Schatten sich tänzelnd von der immer lauter werdenden Oberfläche verziehen. Und erneut trete ich auf, setze den Fuß vor den Anderen, verlasse bekannte Flächen und erobere die Gipfel unberührter Schönheiten. Folge einer Entscheidung, die der Nächsten den Weg ebnet, eine Bestimmung für unwichtig erklärt und die Richtigkeit des Lebens verstärkt. 



- CXII - Dann tragen die Schatten den Traum vernichtender Erinnerungen.

Immer weiter ziehen sich die Risse auf den Straßen überfüllter Städte, werden zu Hürden und Hindernissen im alltäglichem Leben. Stolpernd gehe ich voran, suche nach Halt und lande wieder auf den Knien, den harten Boden findend. Schmerzlich spüren die Knochen den immer härter werdenden Druck, der durch Nichts zu besänftigen scheint. Und Fehler werden gewahr, kleine und undurchdachte Handlungen. Wie Risse auf den Straßen ziehen sich die Linie durch den Kopf, fressen die Träger schwerwiegender Hoffnung auf und hinterlassen die Überreste ungeklärter Delikte.

Irgendwann sehe ich aus dem Fenster, betrachte die Wolken - die in wunderschönen Mustern über den blauen Riesen wandern. Höre die Möwen, wie sie am Kai entlang rufen und das Meer mit ihren gekrächzten Stimmen erfreuen. Und dann laufe ich meinen Weg, unfähig einen Gedanken zu fassen, diese Schönheit zu begutachten, wie ich es sonst getan habe. Denn die Bedeutung hat an Wert verloren, wurde durch unangepasste Umstände einfach für Nutzlos erklärt. Am Ende bleibt diese unerträgliche Stille bestehen, erfasst den sonst so lauten Kopf, lähmt das ruhig schlagende Herz in der Brust.

Wenn du mit einem Mal den Bach herunter gehst, in einem Wasserfall endest und nicht mehr aufhören möchtest zu fallen, werden die Zweifel am stärksten. Der Wind hört auf zu singen, das Rauschen verstummt in stiller Qual und Sekunden werden zu unerträglichen Tagen. Ungeachtet der Stärke verbiegen sich die Träger des Hauses, fangen an brüchig zu werden und zerbersten mit einem lauten Knall. Bestehen bleiben die undefinierbaren Überreste des unnachgiebigem Chaos.

Montag, 9. Dezember 2013

- CXI - Und dann ist es der Schnee in der Fremde, der all die Möglichkeiten nehmen mag

Am Ende fehlen die Worte, für all die Zusammenhangslosigkeit in der Welt, die ungebundene Ehrfurcht und viel zu leicht versprochenen Gebete. Und immer wieder verschwindet eine Welt im Angesicht der verbleichenden Äonen.

Stimmen umgeben mich, tragen ihre Botschaften in verschlüsselten Sätzen davon, verweilen in unerhörten Räumen  und bleiben bestehen, während erkenntliche Worte im Lauf des Lebens verschwinden.
Manchmal fehlt die Komponente der Musik, die errichtende Größe unvorstellbarer Macht, die erniedrigende Gewaltigkeit unerreichter Berge. Und selbst nach Jahrzehnten der Knechtschaft entwirrt sich das Gewühl als ein unkenntliches Meisterwerk einer verborgenen Hand. Unerreicht, für eine Ewigkeit bestimmt.



Mittwoch, 4. Dezember 2013

- CX - Manchmal ist die kleinste Zuversicht die größte Lüge

Vielleicht ist der Betrug eines Wandels die einfachste Form der Anerkennung. Die schnellste Entscheidung im andauerndem Krieg selbst geführter Schlachten. Um im endgültigem Entscheid die einhaltende Kühle zu besiegen.


Irgendwann stehe ich vor dem hölzernem Kreuz, übergieße es mit dem Wein des Anstands und zelebriere die einst vermissten Worte für den verstummten Autor. Erzähle von der Welt und ihren Wundern, ihren Krankheiten und Auswüchsen zur neuen Zeit. Und vielleicht erhebt der Wind sich noch ein weiteres Mal, um in immer weiter wachsender Größe seine eigene Schrift zu offenbaren.  

Donnerstag, 21. November 2013

- CIX - "Alt wie ein Baum...

... möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt."


Ein letztes Mal stehe ich am Meer, winke den schon längst davon gezogenen Möwen hinterher und lausche einem erkaltendem Orchester. Immer wieder erfassen die nassen Fesseln meine Knöchel, spielen mit den frierenden Zehen. Und dann wachse ich aus mir heraus, drehe mit sehnlichsten Wünschen die Welt auf den Kopf und verändere die Regeln einer vorgeschriebenen Zeit.

Dienstag, 12. November 2013

- CVIII - Der Mensch, das unsichtbare Tier

In alter Tradition legen wir unsere Toten auf das Meer, geben sie in die Obhut von Mutter Erde und lassen sie herauf fahren zu den Sternen. Und wenn sie über den Abgrund der Welt segeln, sich auf dem glänzenden Wasser spiegeln und lächelnd auf die Lebenden zurück sehen, dann vergessen sie den Schmerz vergangener Epochen. Hell erstrahlen sie den kommenden Weg, lehren zurück gelassene Fehler. Denn in ungreifbarer Weisheit stehen sie uns zur Seite, vergessen kein Wort, übersehen keine Träne.

Immer wieder frage ich mich, wer ich bin. Was ich soll. Was ich darf. Fragen, die vor Äonen schon Andere an den Mond stellten, ihn um Hilfe baten und sich der kühlen Nacht bedienten. Menschen, die auf festem Grund standen und in unfassbare Ferne starrten. Kinder, die in ängstlichen Nächten in das Bett ihrer Eltern schlichen, um die sie heimsuchenden Geister zu vertreiben. Um die warme Umarmung des Schutzes zu spüren.

Im beständigen Wind fallen die Blätter von den Ästen, Kronen biegen sich, Wurzeln halten fest. Doch immer älter werden die Mauern, verwittern und verlieren den Kampf gegen die ständige Veränderung. Aus der alten Burg wird eine Ruine im unbezwingbarem Urwald. Und irgendwann fällt sie der Vergessenheit entgegen, um im Rausch der Vergangenheit zu verschwinden.

Dienstag, 22. Oktober 2013

- CVII - Der Betrug des Ichs

Im größtem Spiel aller Zeiten vertritt sich der Mensch selbst, offenbart sich als würdiger Gegner und schlägt mit gnadenloser Präzision in sein Ziel. Er verwirrt den Geist, manipuliert die Sinne und hebt alle Regeln auf. Was bis dahin war ist nicht mehr, zur Unkenntlichkeit verdammt.

Wer bin ich, wenn die Welt bis in ihre Mauern erschüttert wird, mit einem Mal zusammen zu brechen droht und alles in einen abgrundtiefen Riss ziehen möchte. Wenn die Stimme im Kopf der absurden Zerstörung begegnet und mit lautem Gelächter der Vernunft entsagt.

Worte verlieren an Bedeutung, Sätze an Wert, Magie an Kraft. Stille Stimmen brechen den alten Bann, versenken die Hoffnung in kleinen Gefäßen und werfen sie von Bord. Und die fallen gelassenen Scherben des Vertrauens besingen das Lied entflossenem Mutes.

Montag, 21. Oktober 2013

- CVI - Einem Sturm gleich, der mit immer näher kommenden Blitzen um sich wirft.

Leise pocht der Regen gegen das Fenster, weckt erschreckte Gemüter und reinigt verdreckte Straßen. Vertrocknete Blumen erwachen zu neuem Leben, während eine fremde Zeit in der verwischenden Flut ertrinkt.

Wo ist es hin, das Gefühl nie endender Tage, unerreichbarer Schönheit in jedem kleinsten Teil? Wie die immer kleiner werdende Erfüllung unrealistischer Träume schwindet das Vertrauen in die unberechenbaren Wendungen der Gedanken, die aussichtslose Rettung erdunkelnder Lichtblicke.


Dienstag, 15. Oktober 2013

- CV - Irrende Klarheit

Wann habe ich vergessen zu schreiben, aufgehört den Worten zu lauschen und begonnen in stille Versenkungen zu entfliehen? 

So lebe ich, schreibe meine Sätze auf das Papier und die Tinte unter die Haut. Mit immer stärker werdendem Kratzen wird mir die langatmige Vielfalt bewusst, die Unberechenbarkeit vergehender Minuten. Und während ich am Meer stehe fallen die Sterne herab, hinterlassen einen mitziehenden Schweif, so dass ich nicht mal mehr erkenne wo ich bin. 

Am Ende bin ich hier, sitze vor meinem Blatt und suche nach den Buchstaben. 

Freitag, 13. September 2013

- CVIV - Dranglose Zeit

Die Welt hat sich gewandelt, dreht seine eigenen Kreise und verursacht eine Strömung, der wir nicht entgegen steuern können. Weil wir es zu spät bemerkt haben, blind gegenüber den einfachen Zeichen waren und uns im Glauben an die eigene Rekonstruktion maßlos verschätzten. Wer sind wir überhaupt? Kleine Ameisen, die in ihrem Übermut zu viel wollten, immer höher hinaus dachten?

So viel sehe ich, bin aber doch nicht in der Lage den Moment fest zu halten und einen Funken Leben zu ergreifen. Denn umso langsamer ich gehe, desto schneller scheint alles vorbei, versunken und hinter Türen verschlossen. Und umso schneller ich gehe, desto eher verliere ich den Blick für all die wichtigen Sachen, vergesse an einer Kreuzung den Glauben und verliere an der Nächsten die Hoffnung.


Montag, 26. August 2013

- CVIII - Zwischen den Welten

Manchmal sitzt die Stille tief versteckt hinter Masken undurchdringlicher Abgeschiedenheit und dem enttäuschtem Ausdruck fehlender Interesse. Und mit jedem weiteren Wort hält die Schlacht um ergreifende Mächte an, reißt die Welt auseinander und lässt die Sonne hinter riesigen Brocken verschwinden.

Seit vielen Jahren reise ich umher, wander von einem Abgrund zum Nächsten und laufe immer wieder über den schmalen Grat der Verzweiflung. Und die ständig herab fallenden Kiesel bringen die sonst so unerschütterliche Erde zum schwanken, wollen den ungehinderten Fall verursachen und mit erschreckender Wichtigkeit ihr Werk vollenden.

Hoch über den Wolken träume ich von einer neuen Welt, befriedigt und mit sich selbst im Reinen. Zwietracht und Neid, Rachsucht und Gier treiben irgendwo davon und werden von den weiten unerreichbarer Größe verschluckt. Eine immer glänzende Sonne ebnet den Weg für die kommenden Generationen und die Lehren und Worte trauriger Menschen werden zur Erinnerung an dunklere Tage.

Hier unten auf der Erde sind wir gefangen, in einem Kreislauf der Wiederkehr. Im Bann einer unumstößlichen Wirklichkeit, die sich mit kalten Fingern in die Knochen krallt und jeden Versuch des Ausbruches zu verhindern weiß. Ein Leben, das die Schönheit vor blinden Augen versteckt und eine Aufgabe gibt. Eine Welt, die nach langwierigen Prüfungen und schmerzenden Herausforderungen die Möglichkeit des Paradieses bietet.

Freitag, 9. August 2013

- CVII - Neues Kapitel

Vielleicht ist der Neuanfang einem Angelwurf gleich. Nicht nach den Göttern im Himmel oder dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens. Klein fängt es an, mit den Spiegelbildern der Sterne am nächtlichen Meer.

Lächelnd wendet sich die Welt, schlägt eine Seite um und fängt erneut mit den alles verändernden Worten an. Zeilen werden geschrieben, Sätze erfunden und Gedanken getragen. Zwischen dem Geschreibsel findet sich das Herz und pochend schlägt die Seele zum Aufgang des Morgens.

Alles verändert sich, nach dem Sommer folgt der Herbst, darauf der Winter. Und die Kälte wird der Sonne weichen, mit erwärmendem Hintergrund und erfreuender Selbstsicherheit. Denn trotz all den Unterschieden bleibt irgendetwas immer gleich. Ein Lächeln, ein Wort, ein Gedanke.

Montag, 29. Juli 2013

- CVI - Einstweilig

Ich träumte einst. Von grünen Bäumen und blauen Wiesen, violetten Bächen und dem gelben Himmel.

Immer wieder dreht die Sonne ihre Bahn, malt Geschichten auf die riesige Leinwand über mir und versucht mit versprechender Sicherheit die Kraft zum weiter laufen zu geben. Und ich kann nicht anders, als den Schritten in das Ungewisse zu folgen. Lachend, denn alles Andere wäre nicht gerecht.

Ich schrieb einst. Von extravaganten Ländern und exotischen Persönlichkeiten, der tierischen Gesellschaft und den liebreizenden Menschen.

Schritt für Schritt wander ich davon, hin zu alten Gemäuern dieser Zeit. Zeichne die Schrift vergangener Epochen und liebäugle mit den Erzählungen vergangener Zeiten. Finde den Schreiber hinter all den Worten, den Wanderer in all den Zeilen. Folge den Spuren schattenhafter Begleiter und undurchschaubarer Lehrmeister, auf der Suche nach der Richtigkeit für all diese Freiheit.

Einst dachte ich. An das Leben, die Facetten des Daseins, und durchbrach die Grenzen lähmender Gedankenlosigkeit.

Mittwoch, 24. Juli 2013

- CV - Dear Jharal

Irgendwann  möchte ich mich erklären, im Spiegel betrachten und dem stillen Schreiber die Hand reichen. Danken für all die Worte, die ruhige Anwesenheit in lauten Zeiten und der helfenden Leine in panischen Momenten. Erkennend finde ich mich wieder, in all den Worten und Sätzen verhüllender Natur. Und mit jedem weiterem Text vervollständigt sich das Porträt eines ungenannten Künstlers, mit dem Wunsch der Offenbarung unbewusster Antworten.

Groß sind die Fußstapfen der Welt, fast schon unerreichbar. Doch mit jedem Schritt dreht sie sich, verändert die Route und wechselt den Kurz. Nimmt andere Formen an, passt sich an und verschwindet in zweideutiger Eindeutigkeit.


Montag, 15. Juli 2013

- CIV - Normalität

Vieles ändert sich, in einer Sekunde Existenzängste, in der Anderen hat die Welt wieder Blumen, ein Lächeln und Freude parat. Und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack, die Angst zurück zu fallen in die Grube auswegloser Verwirrtheit.

Ich bin mir nicht mehr sicher, wer ich überhaupt bin. Von einem Moment auf den Anderen schwankt die Welt, droht zu kippen und auseinander zu fallen. Doch einem Gewitter gleich verebbt die Ansammlung zweifelhafter Wörter und übrig bleibt die immer währende Stille. Und schlussendlich versuche ich mich zu erinnern, an die Sätze vergangener Tage, an Bekenntnisse vorheriger Momente. Texte erfüllender Natur, beschreibend und doch fremd. Erneut suche ich das Leben - und mich. So wie es sein sollte.

So langsam zerfalle ich, sehe neue Teile in diesem großen Puzzle namens "Ich". Aber mit jedem weiteren Text kommen die Schatten, die sich über das lächelnde Antlitz schieben, all die Kraft rauben und in erpressender Wut den Körper schütteln. Doch sie schenken Worte, auf ihre Art und Weise wunderschön. Und dennoch fällt mir das Schreiben schwer, so manches Geständnis wird nie seinen Weg in dieses Buch finden. Viele Gedanken bleiben unerhört auf versteckten Seiten, fürs Erinnern gedacht, um nicht dem Wahnsinn zu verfallen.

Samstag, 13. Juli 2013

- CIII - Erzwungene Perfektion

In immer weiter sinkenden Kreisen findet ein Wort halt, wird zur Wurzel und dem Ursprung aller Dinge. Kleine Knospen reifen zur Blüte, um irgendwann beim verblassenden Glanz die Spuren der Flocken zu hinterlassen. Und aus den Sämlingen entsteht etwas Neues.

Doch sie verstehen den Prozess nicht, akzeptieren nicht die Andersartigkeit eines grauen Entleins. Und mit Häme wird dem Fremden entgegen getreten, um bei dessen Versagen nickend da zu sein. Wissend. Doch sie haben vergessen, dass aus jedem Entlein ein Schwan wird, dass die Knospe irgendwann blüht. Nur alles braucht seine Zeit...

Mittwoch, 10. Juli 2013

- CII - Drängen tiefster Bedürfnisse

Und ich laufe, vom Anfang zum Ende. Durch das Tal, über Brücken erhöhender Tiefen. Und immer weiter tragen mich die Schritte, überwinden nie gedachte Distanzen.

Wer erinnert sich an mich, wenn die Abdrücke vergangener Schritte verblassen und im Schein neuem Lichts als nutzlos erscheinen? Wenn die Ängste über Wissen obsiegen und die Vernunft in die Schranken weisen, versuchen das Leben zu erschweren und den Mut nehmen? Warum immer noch die Zeit messen, die mich so gehässig hintergeht und immer wieder den Weg verlängert?

Ich träume, Tag ein, Tag aus. Und umso weiter ich mich vom Ausgangspunkt entferne, umso einfacher scheint es zum Anfangt zurück zu kehren - mit vollem Willen, aus purer Überzeugung. 

Sonntag, 16. Juni 2013

- CI - Kinder dieser Welt


Und dann wird uns der Wunsch alter Zeiten bewusst, die Hoffnung kleiner Herzen, großer Geister. Immer wieder kehren sie zurück, erinnern an die vergangenen Fehler, weisen auf das kommende Ende hin. Doch wir hören nicht, haben verlernt zu verstehen, vergessen zu schnell das Wichtigste. 

Ich kleiner Mensch, so übermütig und gelassen, frei und mit verhängnisvollem Handeln. "Und was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen" - so sang er es, wissend um die Kraft des verbundenen Handeln. 

"Nur wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang."

Dienstag, 11. Juni 2013

- C - Wäre das nicht schön?

Wie weit würdest du gehen, um zu finden wonach du suchst? Um das Geheimnis des Lebens zu erkunden und das Glück in deiner Tasche zu wissen? Damit du endlich beruhigt schlafen gehen kannst und nicht ständig der Sonne beim aufgehen zusehen musst, wissend dass der Lauf noch nicht vorbei ist? 

Hier sitze ich, wache über den Horizont und winke den verschwindenden Sternen starrend hinterher. Inzwischen habe ich aufgehört zu zählen, habe vergessen wie die Uhr gelesen wird und lasse die Füße über dem tiefen Abgrund baumeln. Müde lächelnd wird das Orange des Tages zum Schlafstaub des Sandmann's, versucht mich nieder zu ringen und in die harten Federn unliebsamer Einsamkeit zu zwingen. Reste des Widerstandes halten die Fassade zusammen und drücken mit erschöpfender Kraft gegen die Regeln des Kreislaufs. Bin ich doch am Ende zum versagen verdammt, nur um mich erneut zu erheben und den schläfrigen Mächten entgegen zu treten.

Im Lauf der Zeit verändert sich alles. Tage ziehen vorbei, Meinungen verschwinden, Blumen verwelken. Immer wieder greift der Tod um sich, um neues Leben hervor zu bringen und nach der Nacht einen Schein der Hoffnung zu schenken. Einem Schatz hinterher jagend ändert sich mit jeder Schatzkarte meine Route, unaufhörlich verdrehend. Denn strebend wurde ich geboren, gezwungen einem Faden zu folgen. Und immer weiter dreht sich die Spirale, zieht mich herein und hält fest.

Wer werde ich einmal sein? Wo werde ich sitzen und über was lachen? Wie wird meine Vergangenheit aussehen? Fragen stellen kann ich gut, am Besten mir. Zweifelnd, hinterfragend. Weil das Vertrauen verschwunden ist, die Hoffnung wie die Sonne steigt und fällt. Doch was wäre ich, wenn dem nicht so wäre?

Wir laufen für alle die nach uns kommen. Schlussendlich verbinden wir die Vergangenheit mit der Zukunft, sind das Sprungbrett für spätere Schritte. An jedem Weiteren sind wir beteiligt.

Sonntag, 9. Juni 2013

- XCIX - Gefangen

Leise treibt die Musik über Hügel, verschwindet hinter den sonnigen Schneewehen verborgener Gebirgsspitzen und entfliegt in die weite Ferne wolkenloser Unendlichkeit. Und die fehlende Stille wird bemerkbar, während der Körper schwingend in Vibration versetzt wird.

Ununterbrochen treten sie auf, spielen ein Lied nach dem Anderen und unterscheiden sich nur in den kleinsten Teilen. Immer wieder kehrende Sätze überbrücken die unterschiedlichen Töne und geben dem Ganzen einen verwirrenden Tiefpunkt.

Dienstag, 28. Mai 2013

- XCVIII - Allday memories

Und vielleicht sollte ich mich wieder daran erinnern, wer ich einst war. Welche Ziele ich verfolgte, was für Träume auf mir lasteten und warum ich all dies anfing. Wie ich zu der Schreiberei kam, weshalb die Worte stille Begleiter wurden und mir die Hoffnungen vergangener Nächte schenkten.

Einfach einmal stehen bleiben, im Kreis der Erinnerung verweilen und wieder auf den Dächern stehend den Sternen lauschen. Spüren, wie der Wind die Haut liebkoste und die Sorgen im kindlichen Spiel davon wischte.  Doch auch ich werde älter und kann nicht im Chaos der Vergangenheit verweilen - darf aus entschwindenden Gedanken lernen und muss die immer schwerer werdende Last tragen.

Und vielleicht brauche ich nur die helfende Hand, die mich wieder zurück in die Sternenklare Nacht zieht, die Wolken davon bläst und der Maske keinen Platz lässt. Damit die Worte lächelnd fließen können, der fade Beigeschmack trauriger Erkenntnis verschwindet und die Schatten in der aufgehenden Sonne kürzer werden.

So einfach wie ich meinen Sinn verloren habe scheinen die Worte zu gehen. Umso mehr ich lese, desto öfter erkenne ich die Unterschiede. Und je mehr ich schreibe, desto weniger finde ich mich. Hält das Labyrinth des Lebens in all seinen Ecken Teile meiner Existenz verborgen. Wie ein großes Puzzle, das in jahrelanger Feinst-arbeit zusammen gesetzt werden muss.

Mittwoch, 22. Mai 2013

- XCVII - Erdachte Grenzen, einengende Freiheit

Behütet trage ich die Keime ungeblühter Blumen, versage beim säen und vergesse zu pflegen. Den Glanz nie wachsenden Pflanzen verweigern, sie ihrer Schönheit berauben und in übersättigter Vorsicht beim Leben hindern. Als Gärtner versagt stehe traurig vor dem leeren Beet, zitternd dazu gezwungen der Angst nachzugeben.

Feige steh ich da, harre aus und kann mich nicht bewegen - egal wie sehr ich es auch versuche. Worte kommen, Sätze gehen und während der Hauch der Schönheit haften bleibt bin ich nicht in der Lage einen Finger zu rühren, habe verlernt fest zu halten und muss der Vergänglichkeit alles überlassen. 
Hoffnungslos verweigere ich den Dienst und möchte vom Wind getragen werden - egal wohin es mich auch weht. Geschichten kommen, Welten gehen und während ich mein Buch vollende verwurzel ich mich in unbekannten Feldern, hinterlasse die Nachkömmlinge meiner Existenz. 

Hoffnungsvoll träume ich von einer besseren Welt, einem riesigem Garten wunderschöner Blüten. Ersehne das Gleichgewicht in vollkommener Reinheit und ersuche mit den schwachen Flügelschlägen die Winde der Veränderung. 

Sonntag, 12. Mai 2013

- XCVI - I'm not afraid

Viel zu kurz verweile ich, versuche immer wieder zu fliegen, möchte springen und vom Boden abheben. Habe ich doch nichts aus den Fehlern gelernt, bin nur ein kleines Kind mit spielerischem Trieb.

Über mir schwinden die Wolken, offenbaren den klaren Sternenhimmel in erfrischenden Nächten, während die warmen Ziegel des Daches den erkühlenden Körper wärmen. Unfassbare Schönheit einfangen, unwirkliche Genialität begreifen und erklären - mit großen Aufgaben allein gelassen bin ich doch nicht mehr in der Lage mich zu fassen, komme nicht mehr ohne Hilfe herunter.

Lachend einer Zukunft entgegen gehen, die so wankelmütig ist wie ein altes Schiff auf weiter See, ungebändigt schwingend und doch so sicher wie ein altes Gemäuer. Schatten kriegen nicht klein, egal wie oft und lang sie es auch versuchen, schubsen über die tiefe Abgründe und lassen fliegen.


Mittwoch, 8. Mai 2013

- XCV - Des Schreibers Last

Verträumt stehen die Worte da, warten auf ihre Zeit, auf die Offenbarung der Nützlichkeit. Mit Traurigkeit behaftet verweilen sie, während die Freude die nicht endende Erwartung stillt und die Kraft zum Ausharren schenkt. Unweigerlich dazu verdammt bleibt doch alles gleich, ungezählte Tage zu überstehen mit der Marter der Endlichkeit.

Ungelöst stehen Probleme vor der Tür, wollen Fragen stellen, Antworten haben und dabei mit Präzision den Wirt belästigen. Verdrossene Taubheit schenkt Stille, eine verfälschte Ruhe in sonst so schöner Nacht.

Ungelenk schreibe ich meine Zeilen, nicht wissend welcher Geschichte sie entsprangen. Fülle ich auch untastbarer Bücher, so bleiben auf den Seiten nur die Schatten einstiger Worte, die Schemen vergangener Sätze. Eindrücke schweben über den Blättern fliegender Machwerke - unfassbar unerreicht.

Schreiben für die Vergangenheit.

Donnerstag, 2. Mai 2013

- XCIV - The Trip

Irgendwo sein, während die Sonne über den Bergen aufgeht und am letzten Rand des Meeres verschwindet. Wenn der Wind mit ergreifendem Spaß durch die Haare tanzt und das glückliche Lachen verschluckt, ertrinkt das Herz den grauen Stern im Kopf. The wind of change - a step forwards.

Vielleicht ist es gar kein Ende, keine Straße mit verhängnisvollem Abgrund. Bin ich nicht nur zu schnell, um die Kurve zu bekommen? Habe ich nicht nur das Bremsen verlernt und steuer dem unweigerlichem Verlust der Kontrolle entgegen - treibe über bekannte Abgründe und falle in zerstörerische Tiefen?

Genießen und Leiden, so nah verbunden treibt das Eine doch seinen Schabernack mit dem Anderen. Stichelnd reizen die Grenzen aneinander und verschieben die klar gesetzte Linie, versuchen mich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wollen stoßen und schubsen, kleine Unebenheiten ausnutzen und doch so gut wie möglich zur Seite stehen.

Montag, 22. April 2013

- XCIII - Ignorierende Freiheit

Wenn die Winde verstummen und Bäche erstarren wird die Stille über diese Welt obsiegen, ihr das Gesicht seiner Kinder zeigen. Im Stillstand gleicht kein Moment dem Anderen, die existenzlose Individualität springt hervor und beschämt das immer gleich bleibende Gebilde unserer Natur.

Wie eine Feder im Wind, von Mächten hin und her gerissen, bleibt bei fehlendem Einfluss nur noch der ungebändigte Fall in den schmerzenden Abgrund. Doch sie kennen mich nicht, glauben zu wissen, wagen zu behaupten. Akzeptieren nicht die fehlende Resignation gegenüber der Ergebenheit, verurteilen den Drang nach zwanghafter Selbstbestimmung. Denn kein Pfad kann der Richtige sein, ist die Wahrheit doch nur eine verdrehte Maske in verführerischer Form.


Mittwoch, 17. April 2013

- XCII - It's only a dream.

Der Wind umspielt das immer länger werdende Haar, flüstert leise seine Liebkosungen und lässt das wunderschöne Orchester in der Seele erklingen. Immer weiter, höher und schneller trägt der Klang die Gedanken, Erinnerungen und Wünsche. Grenzenlos aufsteigend werden Gipfel zu kleinen Punkten, verstecken sich hinter Massen flauschiger Wolken und warten auf die abstürzende Wende.

Vom Leben gerufen tragen die Füße einen immer schwerer werdenden Ballast mit sich, versucht so viel wie möglich zurück zu lassen. Und doch finden die ermüdenden Augen nur den schwachen Abdruck vergangener Taten, bemerken die scheinbar unüberwindbaren Mauern alter Epochen. Einer unerfüllbaren Wahl überlassen verbleibt der Aufstieg in verletzende Höhen. Über spitze Steine, glatte Flächen und unebenes Gelände drängt der Weg die immer kraftlos werdenden Gemüter. Und jeder Akt wird zur Qual, von Zweifeln zerfressen, Ängsten gepiesackt und mit schwindendem Vertrauen behaftet. 

Ein mit Willem behaftetes Bild treibt die flügellose Existenz an, erhebt die Füße über Steine, reißt Mauern nieder und schenkt dem Gebeugten Kraft, erlöst den Ängstlichen mit Mut. Folge doch nur meinem Schicksal, um zu vergessen was einst war, um zu sehen was um mich herum lebt und gedeiht. Um zu bemerken, dass ich bin.

Samstag, 6. April 2013

- XCI - Stilles Vergehen


Und ich weiß nicht weiter, trage die abgenutzten Träume mit mir herum und kann mich doch nicht von ihnen trennen. Immer wieder erinnern sie mich an das was einmal war, an die Vorstellungen und Ideen. An Hoffnungen und Träume. Ungebändigt stehen sie wie eine Mauer vor mir, versperren den Weg, schenken Zweifel und pflanzen Ängste.

Inzwischen weiß ich nicht mehr über wie viele Gräber ich stieg, welche Hürden ich hinter mir ließ um zu wachsen und auf welchem Untergrund meine Wurzeln liegen. Der Kummer nagt an den einst erblühenden Ästen, versucht zu nehmen was noch da ist und hinterlässt verkümmerte Überreste, die zum verdorren übrig gelassen wurden.

Sonntag, 31. März 2013

- XC - träumende Lügen

Still reißt die Erde auf, Gebirge entstehen, Meere entschwinden. Im Wandel der Zeit bleibt kein Stein auf dem Anderen, alles verschiebt sich und Welten zerfallen in kleine Bruchstücke einer antiken Vase.

Was Gestern noch wichtig war ist mit einem Mal nichtig, nutzlos und klein. Unvorstellbar haben sich die Grenzen bemerkbar gemacht, unerreichbar sind die Schatten in jedem kleinen Winkel verwurzelt und breiten sich unaufhaltbar aus. Falsche Worte schreiben sich wie die Wahrheit, tragen die Keime verdorrter Blüten und erblühen in verwelkter Schönheit.


Freitag, 15. März 2013

- LXXXIX - Schmerzende Erinnerung

Ich habe Krebs, sagten Sie, trugen ihre Kittel und sahen dabei so ernst drein, dass ich lachen musste. Ironischer Weiser wusste ich dies schon längst, hatte doch den verkürzten Lebensfaden in der Brust gespürt, bei jedem Zug von der Zigarette das züngelnde Ende im Spiegel gesehen. Inzwischen wäre der Tumor in der Lunge inoperabel und selbst mit der Strahlentherapie nicht mehr heilbar. Viele Worte brachen auf mich ein, Stimmen mit Fragen, Hinweisen, Vorschlägen. Doch vielleicht wollte ich sie nicht hören, versuchte mit dem Unabwendbaren klar zu kommen, kämpfte mit unergründbaren Gefühlen. Und leise schlich ich mich davon, entfloh unwissenden Gesichtern, um die Maske der glücklichen Lüge nicht länger tragen zu müssen, um endlich in Frieden ruhen zu können.

Jahre vergehen, Gesichter ziehen vorbei, Eindrücke entstehen. Während ein Wunder auf das Andere aufbaut, zerfällt eine alte Stadt in sich zusammen und erdrückt mit unhaltbarer Last die letzten Überreste. In einer immer weiter zugrunde gehenden Welt versuche ich mir einen Stern zu erkämpfen, gehe mit unzählbaren Schritten weiter und denke nicht mehr an das was war. Am Ende soll das Lächeln verbleiben, mit dem Wissen einen Stein hinterlassen zu haben. Damit spätere Generationen wieder bauen können, auf die Hoffnung, auf das Glück.

Mittwoch, 27. Februar 2013

- LXXXVIII - Angler der Erinnerungen

Still plätschert das Gewässer vor sich hin. Groß und hell wird der Mond von der Wasseroberfläche abgemalt und schenkt dem ruhendem Fluss eine zeitlose Ader. Unerreichbar, in der Tiefe des Gewässers verschwunden, bleibt die Perfektion bestehen, widersetzt sich den Wellen der Veränderung und leuchtet in unerklärlicher Schönheit weiter.

Äonen sind vergangen, Bilder verschwommen, Flüsse verschwunden. Die ständigen Begleiter unermüdlicher Riesen haben ihren Dienst entsagt, haben nach unzählbaren Schlachten die Kräfte versagt. Im endlosen Kampf der Giganten gefallen, finden die Helden ihre letzte Ruhe, treiben im Styx davon und hinterlassen uns den Schatten ihrer Taten.




Dienstag, 19. Februar 2013

- LXXXVII - Die Wichtigkeit der Reise

Wortlos zergeht der Engel in seiner Hülle, verfängt sich in der grenzenlosen Weite des Nichts und verläuft sich im Gefängnis seines Seins.

Gedankenlos erwacht der Schreiber zum Leben, zur Vergänglichkeit verflucht, in der ewigen Stille verdammt. In unbeirrter Suche treibt es ihn voran, auf der Jagd nach dem Ende der unendlichen Ruhe, von der verschleierten Rastlosigkeit getrieben.

In vergänglicher Gleichgültigkeit bleiben die Seiten leer, Bücher unerfüllt und Geschichten unerzählt. Immer wieder versiegen die Quellen und hindern - einer Dürre ähnlich - die aufkeimenden Blumen beim wachsen. Aus einem unzählbaren Wald wird ein Paradies verdorrter Äste und vergehender Vielfalt. Selbstständiges rennt davon und entschwindet den Armen der Ergebenheit, die in tödlicher Umklammerung ihre Geiseln fest halten und mit in das Reich der Verschwiegenheit ziehen. 

Unter tosenden Wellen zerbricht das alte Schiff und knarzt mit letztem Willen zum Widerstand. Still hat es den alten Seebären zur Brücken getragen, die Mütze schief über dem Kopf sitzend. Schon vor vielen Jahren ging die Blütezeit zu Ende. Verbitterte Mienen zieren die ausgeblichene Reling und vom Wasser geschwächte Planken brechen unter den wackeligen Beinen des Lebens zusammen. Wie in alten Zeiten kämpft das Urgestein gegen unbezwingbare Mächte, die viel zu lange gebändigt und besiegt wurden. Am Ende holte es sie alle ein - ein Kreislauf der Zeit. Wissend verbleibt ein Lächeln auf dem Gesicht des letzten Mannes, ein Gedanke, eine Hoffnung. Eine Erinnerung. 

Irgendwo liegt es, dieses eine Buch nach dem wir alle streben. Unerreichbar, in weiter Ferne versteckt, egal wie weit wir auch wandern. Vom Autor unbewusst geschrieben, dem einzigen Leser zur letzten Stund überlassen.

Montag, 28. Januar 2013

- LXXXVI - Meer der Gefühle

In Abgründen versinkend, in Beklommenheit verwickelte Befürchtungen. Das ständige Fallen in unbekannte Tiefen raubt die Standhaftigkeit der Mauer, schwächt die Kettenglieder der Existenz. Und während die Zähne unsichtbarer Monster am Fleisch reißen, die unsterbliche Seele mit festem Griff an der Flucht hindern, schließt sich der Kreis der Zeit, versiegt mit staubigen Überresten und hinterlässt eine nie endende Fahrt der Marter.

In der Flut aufgehender Strahlen baden, über Grenzen hinweg schwebend der Dunkelheit entsagen, aufsteigen und die Nacht blenden. Unerschütterlich erstehen die goldenen Riesen erneut, trotzen erkaltender Winde - vom im Inneren schlagendem Herzen gewärmt. Und im nie endendem Widerstand treibt das Licht die anrückende Finsternis davon, wiederholt das ewige Spiel im unaufhaltbarem Kreislauf.

Verlockende Geschichten beherbergen gut aufgebaute Kriege, verändernde Erfahrungen. Großartige Wellen treiben die Überreste heran, werden von mir in unwissender Ignoranz aufgezogen, gefüttert, gestärkt und auf eine gewaltige Reise durch das Dasein geschickt.

Samstag, 5. Januar 2013

- LXXXV - Leise plätscher ich vor mich hin, treibe an die unstillbare Last gekettet davon und vergesse den Weg nach Hause.

It doesn't matter! So vieles kommt und geht. Welten entstehen, Universen zerfallen. Anschließend werden die Scherben recycelt, neue Bilder geformt und der zerstörerischen Wut der Zeit überlassen. Und am Ende stehe ich entsagend da, schenke den Momenten nicht genug Existenz, nehme mir die Grundlagen und vergesse die Schönheit der Momente zu lieben, die Tatsachen des Lebens zu genießen.

I don't care! Unerkenntlich zeigt sich die Beachtung, spielt es doch schon längst keine Rolle mehr. Über Abgründe hinweg treiben mich die Winde mal hier und dort hin, so dass im teuflischem Spiel der Elemente die Verachtung gehegt und gepflegt wird. Und wie ein Pendel schlage ich aus, von einem Ort zum Anderen - laufe dabei nur jedes Mal der Ignoranz und Resignation in die Arme.



Mittwoch, 2. Januar 2013

- LXXXIV - Spiegelbilder

Mit jedem morgenlichen Lichtstrahl zerfällt eine Welt, brechen Worte auseinander und Farbe verlierende Bilder versinken in ewiger Trostlosigkeit.

Wer bin ich, den Stein gen Himmel zu werfen, der Sonne die Farbe ausreden und dem Maler den Pinsel klauen zu wollen? Beraube ich mich doch am Ende nur selber...

Zerbrechende Schatten, verschwindende Begleiter. Die in der Vergangenheit versinkenden Abbilder sind zur Hilflosigkeit verdammt, während andere Teile in erfüllter Hoffnung hervor treten, mir die Hand reichen und vom Abgrund wegzerren wollen.
Doch vom unvollkommenem Gleichgewicht zu Fall gebracht bleibt das Trauerspiel, gefangen im ständigen hin und her des Mensch sein.