Montag, 28. Januar 2013

- LXXXVI - Meer der Gefühle

In Abgründen versinkend, in Beklommenheit verwickelte Befürchtungen. Das ständige Fallen in unbekannte Tiefen raubt die Standhaftigkeit der Mauer, schwächt die Kettenglieder der Existenz. Und während die Zähne unsichtbarer Monster am Fleisch reißen, die unsterbliche Seele mit festem Griff an der Flucht hindern, schließt sich der Kreis der Zeit, versiegt mit staubigen Überresten und hinterlässt eine nie endende Fahrt der Marter.

In der Flut aufgehender Strahlen baden, über Grenzen hinweg schwebend der Dunkelheit entsagen, aufsteigen und die Nacht blenden. Unerschütterlich erstehen die goldenen Riesen erneut, trotzen erkaltender Winde - vom im Inneren schlagendem Herzen gewärmt. Und im nie endendem Widerstand treibt das Licht die anrückende Finsternis davon, wiederholt das ewige Spiel im unaufhaltbarem Kreislauf.

Verlockende Geschichten beherbergen gut aufgebaute Kriege, verändernde Erfahrungen. Großartige Wellen treiben die Überreste heran, werden von mir in unwissender Ignoranz aufgezogen, gefüttert, gestärkt und auf eine gewaltige Reise durch das Dasein geschickt.

Samstag, 5. Januar 2013

- LXXXV - Leise plätscher ich vor mich hin, treibe an die unstillbare Last gekettet davon und vergesse den Weg nach Hause.

It doesn't matter! So vieles kommt und geht. Welten entstehen, Universen zerfallen. Anschließend werden die Scherben recycelt, neue Bilder geformt und der zerstörerischen Wut der Zeit überlassen. Und am Ende stehe ich entsagend da, schenke den Momenten nicht genug Existenz, nehme mir die Grundlagen und vergesse die Schönheit der Momente zu lieben, die Tatsachen des Lebens zu genießen.

I don't care! Unerkenntlich zeigt sich die Beachtung, spielt es doch schon längst keine Rolle mehr. Über Abgründe hinweg treiben mich die Winde mal hier und dort hin, so dass im teuflischem Spiel der Elemente die Verachtung gehegt und gepflegt wird. Und wie ein Pendel schlage ich aus, von einem Ort zum Anderen - laufe dabei nur jedes Mal der Ignoranz und Resignation in die Arme.



Mittwoch, 2. Januar 2013

- LXXXIV - Spiegelbilder

Mit jedem morgenlichen Lichtstrahl zerfällt eine Welt, brechen Worte auseinander und Farbe verlierende Bilder versinken in ewiger Trostlosigkeit.

Wer bin ich, den Stein gen Himmel zu werfen, der Sonne die Farbe ausreden und dem Maler den Pinsel klauen zu wollen? Beraube ich mich doch am Ende nur selber...

Zerbrechende Schatten, verschwindende Begleiter. Die in der Vergangenheit versinkenden Abbilder sind zur Hilflosigkeit verdammt, während andere Teile in erfüllter Hoffnung hervor treten, mir die Hand reichen und vom Abgrund wegzerren wollen.
Doch vom unvollkommenem Gleichgewicht zu Fall gebracht bleibt das Trauerspiel, gefangen im ständigen hin und her des Mensch sein.