Dienstag, 28. Mai 2013

- XCVIII - Allday memories

Und vielleicht sollte ich mich wieder daran erinnern, wer ich einst war. Welche Ziele ich verfolgte, was für Träume auf mir lasteten und warum ich all dies anfing. Wie ich zu der Schreiberei kam, weshalb die Worte stille Begleiter wurden und mir die Hoffnungen vergangener Nächte schenkten.

Einfach einmal stehen bleiben, im Kreis der Erinnerung verweilen und wieder auf den Dächern stehend den Sternen lauschen. Spüren, wie der Wind die Haut liebkoste und die Sorgen im kindlichen Spiel davon wischte.  Doch auch ich werde älter und kann nicht im Chaos der Vergangenheit verweilen - darf aus entschwindenden Gedanken lernen und muss die immer schwerer werdende Last tragen.

Und vielleicht brauche ich nur die helfende Hand, die mich wieder zurück in die Sternenklare Nacht zieht, die Wolken davon bläst und der Maske keinen Platz lässt. Damit die Worte lächelnd fließen können, der fade Beigeschmack trauriger Erkenntnis verschwindet und die Schatten in der aufgehenden Sonne kürzer werden.

So einfach wie ich meinen Sinn verloren habe scheinen die Worte zu gehen. Umso mehr ich lese, desto öfter erkenne ich die Unterschiede. Und je mehr ich schreibe, desto weniger finde ich mich. Hält das Labyrinth des Lebens in all seinen Ecken Teile meiner Existenz verborgen. Wie ein großes Puzzle, das in jahrelanger Feinst-arbeit zusammen gesetzt werden muss.

Mittwoch, 22. Mai 2013

- XCVII - Erdachte Grenzen, einengende Freiheit

Behütet trage ich die Keime ungeblühter Blumen, versage beim säen und vergesse zu pflegen. Den Glanz nie wachsenden Pflanzen verweigern, sie ihrer Schönheit berauben und in übersättigter Vorsicht beim Leben hindern. Als Gärtner versagt stehe traurig vor dem leeren Beet, zitternd dazu gezwungen der Angst nachzugeben.

Feige steh ich da, harre aus und kann mich nicht bewegen - egal wie sehr ich es auch versuche. Worte kommen, Sätze gehen und während der Hauch der Schönheit haften bleibt bin ich nicht in der Lage einen Finger zu rühren, habe verlernt fest zu halten und muss der Vergänglichkeit alles überlassen. 
Hoffnungslos verweigere ich den Dienst und möchte vom Wind getragen werden - egal wohin es mich auch weht. Geschichten kommen, Welten gehen und während ich mein Buch vollende verwurzel ich mich in unbekannten Feldern, hinterlasse die Nachkömmlinge meiner Existenz. 

Hoffnungsvoll träume ich von einer besseren Welt, einem riesigem Garten wunderschöner Blüten. Ersehne das Gleichgewicht in vollkommener Reinheit und ersuche mit den schwachen Flügelschlägen die Winde der Veränderung. 

Sonntag, 12. Mai 2013

- XCVI - I'm not afraid

Viel zu kurz verweile ich, versuche immer wieder zu fliegen, möchte springen und vom Boden abheben. Habe ich doch nichts aus den Fehlern gelernt, bin nur ein kleines Kind mit spielerischem Trieb.

Über mir schwinden die Wolken, offenbaren den klaren Sternenhimmel in erfrischenden Nächten, während die warmen Ziegel des Daches den erkühlenden Körper wärmen. Unfassbare Schönheit einfangen, unwirkliche Genialität begreifen und erklären - mit großen Aufgaben allein gelassen bin ich doch nicht mehr in der Lage mich zu fassen, komme nicht mehr ohne Hilfe herunter.

Lachend einer Zukunft entgegen gehen, die so wankelmütig ist wie ein altes Schiff auf weiter See, ungebändigt schwingend und doch so sicher wie ein altes Gemäuer. Schatten kriegen nicht klein, egal wie oft und lang sie es auch versuchen, schubsen über die tiefe Abgründe und lassen fliegen.


Mittwoch, 8. Mai 2013

- XCV - Des Schreibers Last

Verträumt stehen die Worte da, warten auf ihre Zeit, auf die Offenbarung der Nützlichkeit. Mit Traurigkeit behaftet verweilen sie, während die Freude die nicht endende Erwartung stillt und die Kraft zum Ausharren schenkt. Unweigerlich dazu verdammt bleibt doch alles gleich, ungezählte Tage zu überstehen mit der Marter der Endlichkeit.

Ungelöst stehen Probleme vor der Tür, wollen Fragen stellen, Antworten haben und dabei mit Präzision den Wirt belästigen. Verdrossene Taubheit schenkt Stille, eine verfälschte Ruhe in sonst so schöner Nacht.

Ungelenk schreibe ich meine Zeilen, nicht wissend welcher Geschichte sie entsprangen. Fülle ich auch untastbarer Bücher, so bleiben auf den Seiten nur die Schatten einstiger Worte, die Schemen vergangener Sätze. Eindrücke schweben über den Blättern fliegender Machwerke - unfassbar unerreicht.

Schreiben für die Vergangenheit.

Donnerstag, 2. Mai 2013

- XCIV - The Trip

Irgendwo sein, während die Sonne über den Bergen aufgeht und am letzten Rand des Meeres verschwindet. Wenn der Wind mit ergreifendem Spaß durch die Haare tanzt und das glückliche Lachen verschluckt, ertrinkt das Herz den grauen Stern im Kopf. The wind of change - a step forwards.

Vielleicht ist es gar kein Ende, keine Straße mit verhängnisvollem Abgrund. Bin ich nicht nur zu schnell, um die Kurve zu bekommen? Habe ich nicht nur das Bremsen verlernt und steuer dem unweigerlichem Verlust der Kontrolle entgegen - treibe über bekannte Abgründe und falle in zerstörerische Tiefen?

Genießen und Leiden, so nah verbunden treibt das Eine doch seinen Schabernack mit dem Anderen. Stichelnd reizen die Grenzen aneinander und verschieben die klar gesetzte Linie, versuchen mich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wollen stoßen und schubsen, kleine Unebenheiten ausnutzen und doch so gut wie möglich zur Seite stehen.