Montag, 27. Oktober 2014

- CXXVIII - Lichtspiel

Ich dachte, wenn ich gehe bricht eine Welt zusammen. Alte Berge fallen in sich zusammen, Flüsse trocknen aus. Und alles wird dunkel und kalt. Farben entweichen, während die Sonne vergeblich sich der Nacht entgegen streckt. Erwärmen will, was nicht gehalten werden kann.

Doch ich bin wie ein Zug. Bleibe kurz stehen und sehe nicht zurück. Werde nicht langsamer, jage immer denselben Lichtern hinterher. Warte ein Leben lang auf die richtigen Schienen. Tanze mit den Gedanken der Reisenden. Bin das Ross der Unermüdlichkeit, getrieben von immer schönerem Glanz der Ferne.

Und dann bin ich zu Hause. Stehe im Regen und spiele wie ein Kind. Fange den Tropfen und springe in Seen. Baue Welten und erschaffe Riesen. Lache mit dem Wind. Fliege mit der Vergänglichkeit.

Sonntag, 12. Oktober 2014

- CXXVII - Lachen

Vielleicht sollten wir das Lachen nie verlernen. Mit Erstaunen durch eine Welt laufen, die so viel zu bieten hat. Die kleine Hand ergreifen, die immer wieder nach uns greift.

Gerne denke ich daran zurück. An die Belanglosigkeit des Herzens, die unbändige Stärke einer Freude. Die laute Musik, die meinen Kopf bersten und den Körper zerbrechen lassen wollte. Mit erleichternder Last einer strahlenden Sonne eine Welt verdrehte. 

Und dann bin ich wieder klein, die leichte Feder im Wind. Begreife den Fall und lerne die Furcht zu vergessen. Trage eine Wahrheit mit glänzenden Augen und brauche doch kein Wort.