Montag, 29. Juli 2013

- CVI - Einstweilig

Ich träumte einst. Von grünen Bäumen und blauen Wiesen, violetten Bächen und dem gelben Himmel.

Immer wieder dreht die Sonne ihre Bahn, malt Geschichten auf die riesige Leinwand über mir und versucht mit versprechender Sicherheit die Kraft zum weiter laufen zu geben. Und ich kann nicht anders, als den Schritten in das Ungewisse zu folgen. Lachend, denn alles Andere wäre nicht gerecht.

Ich schrieb einst. Von extravaganten Ländern und exotischen Persönlichkeiten, der tierischen Gesellschaft und den liebreizenden Menschen.

Schritt für Schritt wander ich davon, hin zu alten Gemäuern dieser Zeit. Zeichne die Schrift vergangener Epochen und liebäugle mit den Erzählungen vergangener Zeiten. Finde den Schreiber hinter all den Worten, den Wanderer in all den Zeilen. Folge den Spuren schattenhafter Begleiter und undurchschaubarer Lehrmeister, auf der Suche nach der Richtigkeit für all diese Freiheit.

Einst dachte ich. An das Leben, die Facetten des Daseins, und durchbrach die Grenzen lähmender Gedankenlosigkeit.

Mittwoch, 24. Juli 2013

- CV - Dear Jharal

Irgendwann  möchte ich mich erklären, im Spiegel betrachten und dem stillen Schreiber die Hand reichen. Danken für all die Worte, die ruhige Anwesenheit in lauten Zeiten und der helfenden Leine in panischen Momenten. Erkennend finde ich mich wieder, in all den Worten und Sätzen verhüllender Natur. Und mit jedem weiterem Text vervollständigt sich das Porträt eines ungenannten Künstlers, mit dem Wunsch der Offenbarung unbewusster Antworten.

Groß sind die Fußstapfen der Welt, fast schon unerreichbar. Doch mit jedem Schritt dreht sie sich, verändert die Route und wechselt den Kurz. Nimmt andere Formen an, passt sich an und verschwindet in zweideutiger Eindeutigkeit.


Montag, 15. Juli 2013

- CIV - Normalität

Vieles ändert sich, in einer Sekunde Existenzängste, in der Anderen hat die Welt wieder Blumen, ein Lächeln und Freude parat. Und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack, die Angst zurück zu fallen in die Grube auswegloser Verwirrtheit.

Ich bin mir nicht mehr sicher, wer ich überhaupt bin. Von einem Moment auf den Anderen schwankt die Welt, droht zu kippen und auseinander zu fallen. Doch einem Gewitter gleich verebbt die Ansammlung zweifelhafter Wörter und übrig bleibt die immer währende Stille. Und schlussendlich versuche ich mich zu erinnern, an die Sätze vergangener Tage, an Bekenntnisse vorheriger Momente. Texte erfüllender Natur, beschreibend und doch fremd. Erneut suche ich das Leben - und mich. So wie es sein sollte.

So langsam zerfalle ich, sehe neue Teile in diesem großen Puzzle namens "Ich". Aber mit jedem weiteren Text kommen die Schatten, die sich über das lächelnde Antlitz schieben, all die Kraft rauben und in erpressender Wut den Körper schütteln. Doch sie schenken Worte, auf ihre Art und Weise wunderschön. Und dennoch fällt mir das Schreiben schwer, so manches Geständnis wird nie seinen Weg in dieses Buch finden. Viele Gedanken bleiben unerhört auf versteckten Seiten, fürs Erinnern gedacht, um nicht dem Wahnsinn zu verfallen.

Samstag, 13. Juli 2013

- CIII - Erzwungene Perfektion

In immer weiter sinkenden Kreisen findet ein Wort halt, wird zur Wurzel und dem Ursprung aller Dinge. Kleine Knospen reifen zur Blüte, um irgendwann beim verblassenden Glanz die Spuren der Flocken zu hinterlassen. Und aus den Sämlingen entsteht etwas Neues.

Doch sie verstehen den Prozess nicht, akzeptieren nicht die Andersartigkeit eines grauen Entleins. Und mit Häme wird dem Fremden entgegen getreten, um bei dessen Versagen nickend da zu sein. Wissend. Doch sie haben vergessen, dass aus jedem Entlein ein Schwan wird, dass die Knospe irgendwann blüht. Nur alles braucht seine Zeit...

Mittwoch, 10. Juli 2013

- CII - Drängen tiefster Bedürfnisse

Und ich laufe, vom Anfang zum Ende. Durch das Tal, über Brücken erhöhender Tiefen. Und immer weiter tragen mich die Schritte, überwinden nie gedachte Distanzen.

Wer erinnert sich an mich, wenn die Abdrücke vergangener Schritte verblassen und im Schein neuem Lichts als nutzlos erscheinen? Wenn die Ängste über Wissen obsiegen und die Vernunft in die Schranken weisen, versuchen das Leben zu erschweren und den Mut nehmen? Warum immer noch die Zeit messen, die mich so gehässig hintergeht und immer wieder den Weg verlängert?

Ich träume, Tag ein, Tag aus. Und umso weiter ich mich vom Ausgangspunkt entferne, umso einfacher scheint es zum Anfangt zurück zu kehren - mit vollem Willen, aus purer Überzeugung.