Mittwoch, 9. Mai 2018

Projekte

"Es sind die Schlüssel, von denen ich träume. Der Bund mit unzähligen Worten, die wie Wegweiser an meiner Seite klingeln. Doch ich bin zu blind um die Türen und Wege zu erkennen, die sie öffnen."

Prof. Eronimus Hidgen - (Ausschnitt aus: The Library of Doors)
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Es sind die Worte, die mich in letzter Zeit immer wieder gefangen nehmen. Mir ein Zuhause geben, waehrend ich in der fremden Ferne versinke. Denn immer wieder vergesse ich, wo mein Jetzt angefangen und mein Gestern aufgehoert hat. Immer wieder versuche ich mich an die Saetze zu erinnern, die irgendwann meinen Kopf berauscht und zu Hoechstleistungen angetrieben hatten. Versuche die Inspiration zu fangen, die sonst immer anwesend und fuehlbar nah war.

So viel hat sich veraendert. Doch nicht alles ist von schlechter Natur. Mit dem wandel der Worte haben sich neue Geschichten gefunden. Welten, die immer wieder geoeffnet und zum Leben erweckt werden. Eine Bibliothek, die irgendwo in meinem Kopf existiert und jedes mal neue Geschichten eroeffnet. Aus Tueren besteht, die wie die Worte unbestaendig und unzaehlig in ihrer Natur sind.



Freitag, 2. März 2018

Ketten

"Freiheit" wurde erfunden, um uns in unserem Gefängnis zu halten. Damit ein Traum bestehen bleibt, obwohl jegliche Hoffnung genommen wird. Denn auch nach dem verlassen der einengenden Wände ist die Grenzenlosigkeit unerreichbar fern. Die Mauern um uns herum existent.

Aus dem Käfig heraustretend wird mir die Sicherheit der bekannten Welt bewusst. Denn es ist so groß, so fremd. Die Weite ist erschreckend und die Welt viel zu schnell geworden. Vom Radio zum Fernseher, von der Kutsche zum Flugzeug. Während der Austausch alter Dinge nicht aus der Mode gekommen ist, werde ich ersetzt und auf die Abstellgleise verfrachtet. Zum verstauben und vergessen zurück gelassen - von einer Gesellschaft ausgeschlossen. Werde in neue Ketten gesperrt, obwohl mir Möglichkeiten versprochen wurden. Freiheit.

Vielleicht bin ich zu alt geworden. Vielleicht hat sich die Bedeutung von Worten geandert, nur habe ich es nicht mitbekommen. Oder vielleicht haben sie die Freiheit irgendwann auf ihrem Weg fallen lassen und vergessen wieder aufzuheben.

Sonntag, 25. Februar 2018

An Tagen wie diesen.



Es ist die traurige Wahrheit, dass es das einzige ist das wirklich zählt. Der eigene Weg, die Geschichte. Das Abenteuer. Der Traum, hinter dem ich herjage und immer wieder versuche zu erfassen. Der Weg, der sich durch all die stolpernden Momente und Gelegenheiten gebildet und wie ein Teppich vor mir ausgebreitet hat. Der Nebel, der verschlingend all die anderen Verwirrungen und Ablenkungen verschluckt. Mich auf diesen einem Pfad hält.


Denn Träume sind Türen. Pfade in eine andere Erzählung, und es spielt keine Rolle, ob sie von gestern, heute oder morgen stammen. Jedes einzelne Wort ist wichtig, jeder Satz hat das Recht eingefangen zu werden. Jeder Moment ist es Wert erfasst und mit Tinte verewigt zu werden. Denn am Ende habe ich nicht vergessen, wer ich bin. Und wo ich begonnen habe.


Mittwoch, 24. Januar 2018



Unvollstaendigkeit ist kein Makel. Kein Fehler. Wie ein Bild das sich immer weiter entwickelt, wie eine Leinwand die sich erst mit all den verschiedenen Farben und Mustern zur Einheit entwickelt. Lebendig wird.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Es beginnt so klein. Das ich, derjenige der ich bin, sein werde oder irgendwann verkörpern kann. In diesem Leben werde ich Tag für Tag daran erinnert, dass jeder meiner Schritte nicht größer ist als der einer Ameise. Dass ich mit all den Jahren wie ein Neugeborenes auf Reisen gehe und die Wunder um mich herum entdecke. Jeder Atemzug verbirgt ein neues Rätsel, dessen Wahrheit entlockt und gelernt werden will. Ich entdecke und begreife, verliere und weine. Werde verletzt und lerne. Mit jedem Tag vergrößert sich die Wahrnehmung, mit jedem Jahr erwacht eine neue Galaxie der Möglichkeiten zum Leben und lässt mich nachdenklich, klein und verletzlich, zurück. Beweist mir, dass ich noch immer das kleine Kind bin, das ich einst war.

Irgendwann haben wir es gefunden. Das Leben, das sich mit all den Wurzeln, Höhen und Tiefen um uns herum schlingt. Wie eine Straße von einem Ort zum anderen führt. Ohne stehen zu bleiben, ohne zurück zu sehen. Gedankenlos. Ohne Bedenken. Ohne Zweifel. So oft sind wir von den Klippen gesprungen, haben in den Wellen nach Sternen getaucht und in der Nacht von Perlen geträumt. Im Genuss der Freiheit haben wir unsere eigene Geschichte gefunden und mit ihrer Preislosigkeit um neue Erfahrungen gepokert. Unbelehrbar haben wir den Widrigkeiten den Krieg erklärt. Rebellisch hat sich die Vernunft mit unseren Fantasien vermischt. Wir sind nicht mehr gefallen, haben vergessen, wie sehr ein Sturz wehtut und wie laut ein Verlust sein kann.

Dann hast du den Weg geebnet. Mir mit deinen Worten einen anderen Pfad gezeigt und neue Türen gezeichnet. Eine Welt eröffnet, die so unerreichbar fern schien. Mit jedem deiner Schläge ein neues Herz erschaffen. Unsere Geschichte neu geschrieben.

Sonntag, 5. Februar 2017

What would you regret?

Dass ich vergessen habe zu leben. Nicht von der Klippe gesprungen und vor den Wellen weggelaufen bin. Denn egal wie viele Gedankenspiele meinen Kopf auch bereicherten, am Ende war es der trügerische Stillstand, der mir von der unendlich wirkenden Zeit vorgegaukelt wurde. Weil sie mir jeden weiteren Tag ein Wattestäbchen in den Rucksack auf dem Rücken steckte. Bis die Last, das Leben und der Wille, gebrochen waren. Der Ruhestand erzwungen wurde. Ein Moment, der noch so weit weg erschien.

Worte. Denn sie standen immer an meiner Seite, bereicherten und beflügelten meinen träumerischen Kopf. So sehr, dass all die vom Herzen erdachten Momente unberührt vorbei zogen. Und das, obwohl ich sie mir so sehr ersehnt hatte. Doch wie konnte die Realität der eigenen Vorstellung gerecht werden, wenn der Geist seinen Teil tat? Dem Glück mit Zweifeln und der Hoffnung mit Angst entgegen trat?

All die Lügen. Denn ich weiß nicht mehr, wie ehrlich ich bin - es jemals war. Zu mir. Zu dir. Wie viele Sätze hatten ihren Sinn verloren, noch während sie hörbar in der Luft schwebten? So unzählbare Geschichten verließen meinen Mund, dass ich selber nicht einmal mehr weiß, welche Wahr sind.

Doch am meisten, dich nicht geküsst zu haben, als ich die Chance hatte. Als ich das Leuchten in deinen Augen und das strahlen deines Lächelns sehen konnte. Weil ich nicht in der Lage war zu verstehen, dass dies für mich bestimmt wäre. Nicht wagte zu hoffen, ein Teil deiner Geschichte zu werden.


Wie habe ich nur den Weg verloren, der so offen vor mir lag? Wie konnte er unbemerkt zu dem Dornenbusch werden, vor dem ich nun stehe? Alle Richtungen versperrt, weil ich mich durch mein Handeln in die Enge katapultiert und ein unausweichliches Ende erschaffen habe, das keinerlei Rettung zulässt.

Montag, 23. Januar 2017

Neben Hoch und Tief. Zwischen Kurz und Lang. Verweilen, während der Wind an der Nasenspitze kitzelt. Märchen erzählt und all die existierenden Sagen verspricht. Mir mit wachsender Begeisterung die Sehnsucht verblasster Äonen vermittelt. Den Geruch von etwas Neuem schmecken lässt. Lieder schreibt, die unerhört im Herzen klingen.

Und ich habe die Meere bezwungen, Berge bestiegen, Wüsten durchquert. Auf der Suche nach dem Ziel das mich antreibt. Nach dem Wunsch, der in jeder Faser schreit und gefunden werden will. Das Gefühl der Freiheit, die so unwirklich vor den Augen schwebt. Verräterisch in Träumen die Wurzeln verbrennt und Felder verrotten lässt. Früchte klaut.