Samstag, 22. Oktober 2011

- XIII - Pfad des Lebens

Ich wander auf dem Pfad der Vergessenheit, immer weiter dem Ende entgegen, wie es jedes Wesen tut. Ich drehe mich um, schaue zurück, um vielleicht irgendwo etwas zu erkennen, das mich auf diesem Weg begleitet, mir zur Seite steht. Nicht viel kann ich erkennen, der Nebel der Vergangenheit ist zu stark, und doch habe ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Immer wieder meine ich eine Gestalt in der rauchigen Wand zu erkennen, rufe Namen, die mir einst was bedeuteten, doch unerhört verklingt meine Stimme.
Zurück kann ich nicht, die Gewalt namens Leben hat uns diese Fähigkeit nicht gegönnt. Und doch wandern meine Gedanken zurück zu Zeiten, an denen dieser Pfad voll von Personen war, die mir beistanden und die Trostlosigkeit ausfüllten. Damals erfüllte Musik diesen Raum, eine Fülle von Wörter sammelte sich um mich herum, Worte, die niedergeschrieben werden wollten, in Form von Romanen. Doch inzwischen hat sich alles verändert.
Still ist es um mich geworden, die Musik vor Jahren verklungen, weil ich sie nicht gepflegt habe; die Freunde beim letzten Abgrund hängen geblieben, weil ich sie nicht festhalten konnte. Und auch die Worte haben mich verlassen, weil ich ihnen keine Nahrung mehr geben konnte, um weiterhin Grenzenlos für mich da zu sein.

Gerne redete ich mir zu, dass ich existiere, um die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft zu verbinden; doch nun erkenne ich, dass ich mich auf dem Weg dorthin verlaufen habe und alleine bin.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

- XII - Hass?

Immer wieder gibt es Faktoren, die das sonst so ruhige Gemüt zermürben und unter eine schwere Probe stellen, die Nerven bildlich zerreißen lassen. Selten ist es etwas Großes, denn dazu bin ich garnicht in der Lage, emotional viel zu abgekühlt. Es sind die kleinen Dinge, die mir das Gefühl von Aggressionen geben, weil meine Konzentration mit Absicht von anderen Dingen oder Personen genommen wird, obwohl ich das garnicht will, es störend ist, weil ich mich mit etwas ganz anderem beschäftige.
Wortwörtlich würde ich wohl sagen: "Ich hasse es, bei einer Beschäftigung, die ich gerade mache, gestört und genervt zu werden." Doch ist das wirklich schon Hass oder nur der Stress, dem man ungewollt ausgesetzt wird?

Sonntag, 16. Oktober 2011

- XI - Vergänglichkeit

Traurig stehe ich am Strand, starre auf das Meer, das sich Grenzenlos vor mir ausbreitet. Ernüchternd stelle ich fest, wie klein ich bin im Vergleich zum Element, wie unwichtig meine Tat ist, weil sie im Wellengang der Veränderungen verschwindet und somit im Meer der Vergessenheit landet.

Samstag, 15. Oktober 2011

- X - Ohne Worte (Teil 2)

Zu viel verlangen die Menschen von mir, vergessen, dass ich ein Schreiber bin, und nicht ein Redner, jemand der auf einem Blatt mit den Worten umgehen kann, aber in einer direkten Konfrontation nach jedem Wort suchen muss. Immer wieder kommt es vor, dass ich in die Ecke gezwängt werde, weil man etwas von mir will, das ich nicht stimmlich hervor bringen kann.

 Wie soll ich auch reden, wenn mir das Sprechen nie beigebracht wurde?

- IX - Ohne Worte (Teil 1)

Ich schreibe und schreibe, entdecke immer wieder neue Begriffe und Bezeichnungen, Metaphern und Formulierungen, die meine Texte verändern und verbessern, meinen Stil präsentieren und auszeichnen.

Ist es berechtigt zu glauben, dass ich, wenn ich so schreibe, auch so rede? Darf mein Gegenüber verlangen, dass ich genauso rede wie schreibe?

Sonntag, 9. Oktober 2011

- VIII - Krankhafte Gedanken

Wie eine Krankheit verfolgt es mich, plagt mein Gewissen, meine Gedanken, die sich um so viele Sachen drehen. Immer wieder drehe ich mich um, sehe zurück und versuche zu erahnen, ob das, was ich tat, auch richtig war, ob ich alle Fehler ausgemerzt habe, die sich hätten einschleichen können. Doch ich bin nicht Perfekt, zu schön wäre dieser Traum, diese Vorstellung.
Es schwächt mich, weil ich erkenne, wie Blind ich eigentlich bin, ignorant manchen Dingen gegenüber, die mir Vorteile bringen würden. Doch zu schwer lastet das Vergangene auf mir, hat sich wie ein Parasit in meine Seele gefressen, und beeinflusste damit mein Handeln, mein Denken.

Samstag, 8. Oktober 2011

- VII - Freundschaft

Es beginnt in frühen Jahren, umgeben von all dem Spielzeug und den ganzen Wundern der Welt, die erkundet werden wollen, in denen wir uns Freunde suchen, um unser Essen, in Form von Süßigkeiten, und den Spaß, in Form der Spielzeuge, mit anderen zu teilen. Ohne Hintergedanken reden wir miteinander, wenn wir es überhaupt schon können, und verbringen Zeit zusammen, einmal, weil wir es müssen, aber auch, weil wir es so wollen. Unbewusst freunden wir uns mit einer Person an, weil diese einfach dauerhaft mit einem etwas macht.

Es sind die Jahre, die so vieles verändern. Freunde kommen und gehen, manche bleiben ein Leben lang, andere sind nur für einen Abschnitt wichtig. Es liegt immer an uns selber, wie weit wir eine Person an uns heran lassen, damit diese bei uns bleiben kann, als Unterstützung, als Freund. Doch was wäre die Welt, wenn es so einfach wäre? Mit dem steigern der Jahre werden immer mehr Dinge wichtig, um eine Freundschaft zu erhalten. Während es in den Kinderjahren der Spaß war, der einander verband, ist es nun der Prestige, der wichtig wird. Das Ansehen, Geld und die Berühmtheit sind für viele ein Faktor geworden, der einen erst zu einem Freund macht. Falsche Freunde nennen wir sowas, weil wir, wenn einmal nichts davon mehr da ist, wieder alleine sind, ohne Freunde dastehen.
Doch es sind nicht nur die falschen Freunde, die einen alleine lassen. Irgendwann trennen sich die Wege, Freundschaften, die vorher so stark waren, stehen mit einmal unter einer schweren Probe. Die Entfernung ist zerstörend, weil eine Freundschaft auf Umgang basiert. Wäre es nicht sinnvoll, diese zu erhalten?

Freitag, 7. Oktober 2011

- VI - Die Freude des Schreibens


Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich angefangen habe ein Blatt Papier zu nehmen, um es einfach mit Wörtern zu füllen, sie zu einem Sinn zusammen zu binden, und anschließend weg zu stecken, damit ich mich später wieder daran erinnern kann. Vielleicht begann es in der Kindheit, mit dem Erlernen der Schreibkunst, dem Zeichnen dieser Symbole und Buchstaben, die zu Bildern und Geschichten geformt werden möchten. Es kann sein, dass es begann, als ich den Sinn hinter diesen Worten verstand und zwischen gut und schlecht zu unterscheiden lerne.
Egal aus welchem Grund und wie ich anfing es zu tun, ich bin dankbar dafür. Denn wie könnte man sich besser ausdrücken, als mit der Kunst ganze Bilder in Wörter zu fassen?

Donnerstag, 6. Oktober 2011

- V - Die Suche

So vieles ist auf dieser Welt versteckt, will entdeckt und erforscht werden. Wir finden Ruinen, alte Grabmäler und versunkene Städte, Legenden werden entschlüsselt und Sagen widersprochen. Immer weiter geht unser Drang, irgendetwas zu verstehen, um es später einmal nutzen zu können, natürlich nur zu unserem Wohl.

Von Klein auf sind wir Entdecker und Erforscher, kleine Indiana Jones auf einer weiten Reise durch die Wüste namens Leben. Während wir diesen Weg gehen, suchen und finden wir immer wieder neue Dinge, kombinieren und experimentieren, weil es zu unserem Sein gehört. Großes haben wir gefunden, Reichtümer von alten Königen, Stätten von vergessenen Völkern. Doch umso weiter unser Drang geht, etwas zu entdecken, umso mehr entfernen wir uns von dem, was wir einst suchten. Während jeder von uns auf der Suche nach sich selbst war, denn nicht anderes ist es ja, was wir im Laufe der Jahre tun, haben wir den eigentlichen Weg verloren. Wir haben vergessen, dass unser Ziel nicht die Welt um uns herum war, sondern das Wesen, das wir sind.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

- IV - Das Alter

Ich bewunder dich, weil du Lebst. 
So viele Jahre hast du auf dem Buckel, wirst immer schwächer und Kränker, doch du Trotz allem ohne Gnade, schenkst jeder Einschränkung in deinem Handeln nur ein kurzes Lächeln und machst einfach weiter. Fast Blind wanderst du durch die Welt, taub den Geräuschen gegenüber und oftmals zu schwach, um irgendetwas zu sagen, doch immer weiter, so als Gäbe es auf deiner Reise kein Ende.
Ich beneide dich, weil du nicht aufhörst, obwohl du es schon längst könntest.

Ich bemitleide dich, weil du Angst hast.
Die Jahre plagen dich, ein Körperteil nach dem anderen lässt dich langsam im Stich, und immer öfter höre ich dich vor Schmerzen schreien und stöhnen. Ich sehe die Angst in deinen geblendeten Augen, weil du nicht leiden willst, und am liebsten wieder jünger wärst, weil dir das Altern nicht geheuer ist.
Ich trauer um dich, weil ich dich vermissen werde.

Dienstag, 4. Oktober 2011

- III - Unbekanntes Glück

"Es ist die aufgehende Sonne, die ich betrachten will, in deren Strahlen ich mich wärmen kann, nur um irgendwann geblendet das Antlitz abwenden zu müssen.
Es ist der Regen, den ich auf meiner Haut spüren will, weil er die Niedergeschlagenheit symbolisiert, die mich immer wieder erfasst und zu Boden wirft."

Im Regen sitze ich da, bis auf die Knochen durchnässt, und sehe mir den Sonnenaufgang an, der die kalte und öde Erde mit seinen Strahlen belebt und in einem wundervollem Glanz erstrahlen lässt. Dieser Anblick lässt alles vergessen, die Sorgen, die Ängste. Alles Böse ist weit entfernt, denn die Wärme erfasst alles, was sich ihr in den Weg stellt.

Montag, 3. Oktober 2011

- II - Der Traum von der Unendlichkeit

Kalt ist es geworden; die Nächte werden länger und der klare Himmel verschwindet so langsam. Sehnsüchtig stehe ich auf der Wiese, dem Dach oder einem anderen Ort, der mir im Moment passend erscheint, während die Augen ausdruckslos auf die leuchtenden Bilder am Himmelszelt starren. Fliegen, das könnte ich jetzt gerne, dem Universum entgegen, nur damit ich spüre, wie klein ich eigentlich bin, wie unwichtig mein Handeln ist.
Doch zu begrenzt sind meine Fähigkeiten, meine Möglichkeiten, diesen Wunsch zu erfüllen. Ich als kleiner Mensch bin nicht dafür bestimmt worden, die Welt anders zu sehen, die Schönheit von etwas deutlich größerem zu erfassen. Doch vielleicht ist das auch besser so, denn wer weiß, ob ich jemals zurück kommen würde.

Sonntag, 2. Oktober 2011

- I - Nur eine Show

Lachend löse ich mich von den Schatten, betrete die Manege und sehe in eure Augen, die so Erwartungsvoll auf mich herab starren. Wie eine Krankheit werdet ihr vom Lachen angesteckt, dass dauerhaft mein Gesicht ziert, während ich vom Pferd falle, über ein Seil stolper und eine Torte ins Gesicht gedrückt bekomme.

Es ist euer Lachen, das dieses Bild so gut macht, die Täuschung perfekt werden lässt. Denn die einzigen Stimmen, die erklingen, sind die von Euch.