Freitag, 30. Dezember 2011

- XXVIII - Die Wende

Dunkel ist es, eine bedrückende Schwärze im Unbekanntem Nichts. Leise Geräusche vernimmt das Ohr, leises Gestöhne, ein monotones Piepen, das immer im selben Rhytmus erklingt. Flüsternde Stimmen hauchen undeutlich Worte, wollen erhört werden, und doch verschwinden sie immer wieder bevor man sie ergreifen kann. Kraftlos ist der Versuch Lebenszeichen von sich zu geben, der Körper dafür einfach viel zu schwach, der Geist viel zu Müde.

Hände berühren Hände, streichen über diese, drücken sie, fast schon so als wolle man Trost schenken. Immer wieder dringen Worte durch den dunklen Schleier, lebenswichtige Details oder unnötiges Gerede von irgendwelchen Personen die nicht gesehen werden können. Die Zeit ist unwichtig geworden, der Alterungsprozess hat schon vor Wochen ausgesetzt, zumindest ist diese Empfindung verschwunden. Doch zur selben Zeit wanderte die Energie, die Kraft aus dem Körper, ließ ihn geschwächt zurück.


Es gibt keine Tränen, Niemanden der am Bett des alten Herren steht, als die Raketen und das Explodieren der Feuerwerkskörper das neue Jahr ankünden. Es ist niemand da, der bettelt und bittet dem scheinbar schlafendem Mann noch eine Chance zu geben als der Knopf gedrückt wird; keiner der darum kämpft, dass Recht und Liebe über Eigennutzen und Profit obsiegt.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

- XXVII - Ungewisse Zukunft

Es sind die Karten die vor mir liegen, ungewiss und undeutbar. Sie zeigen so viele Bilder, manche verständlich, andere nicht, weil sie, je nachdem wie sie liegen, einen anderen Sinn haben. Unverständlich blicke ich in das kalte Blau vor mir, lass die fröstelnde Reaktion auf mich wirken, bevor ich den Blick wieder abwende und lieber nur den Worte lausche.

Die Welt ist im Wandel, der Mensch passt sich an und regeneriert sich, während er alles andere zerstört. Wohin er auch geht, nichts verbleibt so wie es war.
Die Träume weisen den Weg, zeigen einem den Pfad, den das Schicksal für einen ausgewählt hat. Ihn zu beschreiten ist das Ziel eines Jeden, denn er führt zur Erfüllung der Aufgabe des Lebens. 

Es ist der Wanderer, der Großes erfährt. Seine Reisen führen ihn von einem Berg zum anderen, der eine höher als der andere. Ohne Pause setzt er seinen Weg fort, ungeachtet der Anstrengungen die er bereits hinter sich ließ, ungeachtet der bezwungenen Anhöhen. Immer weiter geht es, auf der Suche nach dem Ort, der ihn ruhen lässt.
Ruhelos ist die Maske, auch wenn nichts ihr Antlitz verändert, die Perfektion der Ausdruckslosigkeit ungeachtet von allem weiter besteht.


Keine Frage verlässt meinen Mund, keine Stellungnahme. Traurige Akzeptanz erfüllt mich, während ich das kalte Blau erstaune und danke, Münzen auf den Tisch lege und mich umdrehe. Nicht viel habe ich verstanden und doch ist mir bewusst, dass die Jagd nach Antworten nur noch mehr Lücken schafft als sie zu schließen. Ich gehe, weil es das Einzige ist was ich im Moment tun kann, weil es das Einzige ist, was zu diesem Zeitpunkt richtig erscheint.


 

Samstag, 17. Dezember 2011

- XXVI - a symbol

Seit Jahrhunderten begleitet es uns, schenkt uns in den dunklen Tagen ein Licht, damit wir uns nicht verirren. Es weist uns den Weg, wenn wir uns verlaufen haben. Es ist uns ein Wärmespender in kalten Nächten, damit wir unsere Zehen wohlig strecken können.

Seit Jahrhunderten jagt es uns, verschlingt alles in seiner heißen Wut. Wir kämpfen gegen die unlöschbare Glut an, versuchen sie zu ersticken, damit wir bestehen bleiben können. Immer wieder versuchen wir die wütende Macht zu löschen, die schon so viel von uns nahm. Und doch verlieren wir den Kampf genauso oft, wie wir ihn gewinnen.


Es ist mein Symbol der Widerstandsfähigkeit, weil es so schwer zu bezwingen ist, weil es ungehindert weiter existiert, weiter lebt; weil es Kämpfe gewinnt und verliert, doch nie aufgibt und weiter macht. Es ist mein Symbol der Hoffnung, weil es mir den Weg weist, den ich schon glaubte verloren zu haben. Es führt mich immer wieder aus der dunklen Nacht hinaus, die mich zu verschlingen droht, Tag für Tag. Es ist mein Symbol der Freundschaft, weil es mir in der Einsamkeit die Wärme schenkt, die ich brauche um nicht einzugehen; mir in den langen Nächten das Durchhaltevermögen schenkt, das ich brauche um nicht Aufzugeben.

Es ist das Feuer, welches Tag für Tag meinen Körper antreibt, mir in der kältesten Nacht die benötigte Wärme spendet. Es ist die Glut, die immer bestehen bleibt und mich hällt, während alles andere zusammen zu brechen drohnt.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

- XXV - Der Fluch der Weihnacht

Während ich auf den Schnee warte, ihn wie ein Kleinkind ersehne und wie ein Erwachsener verfluche, sehe ich immer mehr Stress um mich herum, der alle Anderen ansteckt, das Verhalten auf negative Weise verändert und das Leben erschwert. Geschenke für die Lieben müssen gekauft werden, die größten Aufgaben der Arbeit im letzten Moment gemacht werden. Immer wieder stöhnt jemand, seufzt und klagt.

Es ist das Fest der Liebe, das Fest der Geburt Christi. Diesen Sinn haben wir Menschen verloren, die Liebe schon längst aus dem Herzen verbannt, weil uns beigebracht wird, dass man alles kaufen kann.

Ich bemitleide die, die auf der ewigen Suche nach einem Geschenk von einem Markt zum Anderen rennen, weil sie der Konsumfalle in die Finger laufen und ihre Liebe für ein paar Münzen verkaufen. Nichts ist Wertvoller als das Wissen, das Gefühl und das gesprochene Wort; Ich liebe dich.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

- XXIV - Von Zweifeln geplagt...

Schweigend stand ich da, während ich die Gewalt an mir vorbei ziehen sah, wärend die Gewalt um mich herum immer deutlicher wurde, immer echter. Was der Ausgangspunkt für diese war weiß ich nicht mehr, wieso sie so eskalierte interessierte mich nicht mal mehr. Ausdruckslos stand ich zwischen den Menschen, die sich gegenseitig Verletzungen zufügten, immer wieder mit Rufen anstachelten, um weiterhin diese Brutalität ausleben zu können.

Wörte können so Großartig sein, sie lösen Kriege aus, erschaffen Krater zwischen Nationen und Völkern, weil man sich unrecht behandelt fühlt, weil man denkt, etwas besseres zu sein. Worte sind so vieles und doch bleiben sie unerhört, wenn der Gegenüber sie nicht wahrnehmen will.

Ich hatte schon längst das Reden aufgegeben, weil meine Worte diesen Krieg entfacht hatten, meine Worte eine Lawine gelöst hatten, die ich nicht hatte erschaffen wollen. Durch Spott ließ ich mich treiben, ließ Worte fallen, die Welten zerissen, weil ich mich bedroht fühlte, angegriffen als neutrales Wesen. Ich habe den Krieg in mein Haus geholt und bin nicht in der Lage ihn aufzulösen.