Freitag, 28. Februar 2014

- CXX - Jackpot

Und so sitzen wir am großen Roulett-Tisch, wetten auf eine Farbe, eine Zahl. Bestreiten den ewigen Kampf des Verlustes, träumen vom endlosen Gewinn.

In der Sucht des Spieles rollen die Würfel, kennen kein Ende, erfinden immer wieder neue Zufälle. Und kein Pasch gleicht dem Anderen. Doch unermüdlich schütteln wir weiter, hoffen und beten um das erlösende Glück des Verlierers. Ersehnen immer wieder die befreiende Last der Schuld. Denn am Ende bleibt nur sie bestehen.

Erst am Morgen wache ich auf, schüttel den Rausch der ereignislosen Gewinne von mir ab und suche meine Münzen, tausche sie für Bedeutungsloses, erkaufe mir die abhanden gekommene Reinheit. Stehe auf den erhöhten Stelzen der Unsicherheit und betrachte das erbaute Leben aus Lego-Steinen.

Am Ende schreibt das Leben meine Geschichte, verändert die Welt, schenkt neue Zeiten. Unbeeinflusst, vorherbestimmt. Ist es das doch schon immer gewesen.


1 Kommentar:

  1. Ich habe länger nicht mehr von mir hören lassen- tut mir leid.

    Du hast recht, es sind diese Kinder, die aus dem Raster fallen, das wir doch irgendwo alle im Hinterkopf haben und die die Welt trotzdem interessanter machen. Wie der Jackpot des Lebens. Ist das Leben, genau wie das Spiel, nicht auch Sucht. Im weitesten Sinne? Kann Bedeutungsloses nicht auch bedeutsam sein? Und ist es wirklich so, dass das Leben seine Geschichten unbeeinflusst und vorherbestimmt schreibt? Ist es nicht vielmehr so, dass manche Dinge vielleicht schon vorherbestimmt sind, man den Lauf des Lebens aber dennoch beeinflussen kann?

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